Happy 2018

Passwort für die geschützten Einträge? Hier geht's lang                

Hallo, ist da jemand? Schreibblockade kann man das nicht nennen, was hier in den vielen, vielen Monaten los war. Bis auf ab und zu ein paar Unboxing Postings, passierte hier ja.. Sagen wir mal, nichts. Noch am Anfang des letzten Jahres hatte ich mir fest vorgenommen, wieder öfter zu bloggen. Über all möglichen Kram, der mir so im Kopf rumschwirrt. Weil ich es liebe, zu schreiben, den Austausch mag, bloggen möchte. So oft dachte ich darüber nach, öffnete den WordPress Tab, hatte die App auf dem Handy, überlegte mir Texte, hatte im Kopf alles formuliert. Tja, und dann kam das Leben.
Die Bloggersphäre hat sich deutlich verändert, dieses ganze Oberflächliche (Nein, natürlich sind nicht alle so!), so perfekt wie möglich, so regelmäßig wie möglich, immer die Klickzahlen vor Augen und co. ist nichts für mich. Für mich sind Worte Gefühle zum Ausdruck bringen, hierbei kann ich abschalten, loswerden, was man nicht sagen kann, durchatmen, den Kopf sortieren, reflektieren.
Ich lese noch immer viele Blogs, so viele liebe Mamis, habe ich in meiner Follow Liste, persönliche Blogs mit wunderbaren Kolumnen, Daily Alltag und ich klicke sie mit Freude an. Und jedes Mal, da möchte ich auch wieder losschreiben. Und dann weiß man einfach nicht worüber… Hier und da ein Tweet, viele Instagram Bilder, manchmal mit ausschweifenden Texten, Persönliches. Kommentare und Replies, der Austausch findet einfach dort statt – Nicht hier. Also wofür noch bloggen? Oft habe ich schon angefangen zu tippen, es als Entwurf gespeichert und doch nie veröffentlicht.
Bei Instagram und Twitter entscheidet man selbst, wer mitließt. Hier nicht so recht. Und das macht es manchmal schwer, einfach drauflos zu tippen. Es gibt Menschen, die sollen nicht lesen, was bei uns so los ist. Die sollen keine Fotos der Kinder sehen. Aber eigentlich sollte es mir auch völlig egal sein, was sie sehen oder nicht sehen, denn es ist unser Leben, ganz allein. Und das ist auch ganz gut so.
Vielleicht kommt hier ja nun ab und zu mal wieder etwas mehr. Anekdoten, Alltagskram, Bilder, die ich teilen möchte, Gedanken, die man loswerden will. Seid ihr dabei?

2017 war durchwachsen und hatte einiges im Petto.
Der Mini wurde 2 (Und bald wird er schon 3!) und bei der Maus war einige Male die Zahnfee zu Besuch. Der erste Zahn fiel ganz unerwartet, kaum teilte sie uns mit, dass er wackelt, war er auch schon raus. Schuld daran war ein Keks… Der Zweite fiel mit einer Bockwurst auf den Gehweg, nachdem wir einen wunderbaren Tag am Meer und im angrenzenden Schwimmbad hatten. Und den Dritten zog sie sich einfach so raus.
Ich ließ mir einige Tattoos machen (Z.B. ein König der Löwen Motiv, Tinkerbell und das Disneyschloss und eine Minnie Maus) und wir waren bei einer Babyparty, mit den aller, allertollsten Mädels.
Der Mini startete Anfang März mit der Kita Eingewöhnung und der Start war doch etwas holpriger, als gedacht. So viel Spaß wie er hatte, so schwer fiel ihm auch die Trennung von mir. Aber auch das bekamen wir hin und mittlerweile freut er sich täglich, in den Kindergarten zu gehen und hat einen wahnsinns Sprung gemacht, was seine Sprache und sein Auftreten betrifft.
Meine Familie bekam Zuwachs in Form eines Hundes, Micki. Wir alle vermissen Jerry noch immer bitterlich, aber der kleine Mann stellt ordentlich alles auf den Kopf und das ist auch gut so.
Wir waren einige Male in Hamburg und ein Trip davon bleibt mir sehr im Gedächtnis. Nämlich, als der Mann und ich Hochzeitstag hatten, nur zu Zweit dort waren und den Tag unter anderem am Strand verbrachten. Einfach mal die Augen über’s Meer schweifen lassen, das Gedankenchaos abschalten und genießen. So wichtig. So schön.
Nicht zu vergessen, die regelmäßigen Freundinnen Dates. Zu Zweit, mit aller Zeit der Welt, viel Gequatsche und noch mehr Spaß. Qualitytime.

(Über) 8 Jahre sind der Mann und ich nun schon zusammen und 2017 durften wir dann unseren 5. Hochzeitstag feiern. Und jeden Tag merken wir einfach, dass wir alles richtig gemacht haben. Wir beide, das ist für immer. Zusammen mit den wundervollsten Kindern, 2 kleinen Chaoten, die es faustdick hinter den Ohren haben und so liebenswert sind. Mit einer Familie im Rücken, die immer für uns da ist und Freunde, die besser nicht sein könnten. Egal, ob nur wenige Meter Entfernung oder zig Kilometer entfernt. Ich habe die beste Freundin und die beste Mädelstruppe der Welt – Zusammenhalt in guten, wie in schlechten Zeiten, mit dem Herz am richtigen Fleck…
Und Trauzeugin geworden bin ich 2017 übrigens auch noch. Ich freue mich so unfassbar auf diese Hochzeit, weil sie das Glück einfach so sehr verdient hat – Und genau in so einem Moment, möchte ich an ihrer Seite stehen.

Ihr seht, es ist viel passiert. Viel, viel schönes. Und manch schlechtes. Aber einige Dinge gehören dann doch nicht hierher, jetzt nicht, vielleicht irgendwann später. Wenn man die Hände auf der Tastatur hat und einfach schreiben will…

Ich bin unfassbar gespannt auf dieses neue Jahr. 2018. Es startet damit, dass der Mini Ende des Monats 3 Jahre alt wird und zu den Großen in der Kita gehört, die Maus wird eingeschult und ich weiß derzeit nicht, wer aufgeregter von uns Beiden ist. Vorbei die Kita Zeit, Willkommen Schulalltag…
Wir hoffen, dass wir es dieses Jahr endlich nach Berlin schaffen, nachdem wir 2014 das letzte Mal dort waren und ein Besuch 2016 geplatzt ist. Da wohnt nämlich ein Disney verrücktes Mädel und ihre 2 Töchter, die ich einfach unfassbar ins Herz geschlossen habe. Ebenso, wie die Maus ihre Freundin S.
Das ein oder andere Mal Hamburg wird es bestimmt auch wieder geben und hoffentlich viel, viel Familienzeit und Qualitytime. Es gibt nichts wichtigeres, als das Herz mit schönen Erinnerungen und Momenten zu füllen, Kraft zu tanken, inne zu halten und sich darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist. Menschen, die einem gut tun. Die da sind und man im Herzen hat.
Es sind die kleinen Dinge, die wichtig sind. Es sind die schönen Momente, die bleiben.

Ich wünsche euch allen ein wunderbares neues Jahr. Mit vielen Höhen und ohne großartigen Tiefen. Mit viel Liebe, einer ordentlichen Portion Glück und viel Gesundheit.
Bis bald.

4 Jahre ohne Kindergarten

Passwort für die geschützten Einträge? Hier geht's lang                

„Oh, hat ihr Kind heute Kindergarten frei?“, „Ist ihr Kind schon im Kindergarten?“, „Was macht ihr Kind denn bei Ihnen, ist gar keine Kita?“ „Na mit 3 ist sie ja sicher schon im Kindergarten“, „Und wie gefällt es ihr in der Kita?“
Ja, nun. Was soll man da antworten? Meine Tochter, im September schon 4 Jahre alt und kein Kindergartenkind. Sie geht weder in die Kita, noch in den Kindergarten, hat keine Tagesmutter oder ist in irgendwelchen Kursen. Sie ist zuhause – Bei mir. Und ihrem kleinen Bruder.

Es ist ja nicht so, als wäre sie nie im Kindergarten gewesen, oder wir hätten uns nicht bemüht, Nein. Ende 2013, Anfang 2014 schauten wir uns viele Kindergärten an, sprachen mit Erziehern und Leitern, bis wir unseren Antrag ausgefüllt im Wunschkindergarten abgaben und warteten. Bis wir Monate später einen Anruf bekamen und die Absage kam. Der Wunschkiga ist voll, die Liste der alternativ aufgeführten Kigas auch (Man sollte den Wunschkindergarten angeben und noch andere Kitas, die bei Vollheit in Frage kämen). Einen Kindergarten gäbe es da aber noch, der hätte noch einen (!) Platz frei. Also schauten wir ihn uns an. Das Konzept war ok, die Leitung grade neu und noch nicht eingearbeitet, viele Kinder tummelten sich überall, die Maus fühlte sich wohl und der Mann und ich knirschten mit den Zähnen. Das Umfeld war nicht grad das Beste, Gutes hatte man bisher auch nicht gehört und zu den Kita Kosten käme noch ein Monatsticket für den Bus dazu, da die Strecke einfach zu weit ist. Aber – Wir willigten ein und sagten zu. Wenn’s dann doch nichts ist, hat man es wenigstens versucht.
Danach kam nichts mehr. Aber wir sollten doch weitere Infos bekommen? Gehaltsabrechnung wegen Berechnung der Kosten zuschicken? Wir fragten nach – Und wurden vergessen. Trotz der schriftlichen Zusage waren unsere Unterlagen nicht auffindbar und es ist ein Wunder, dass wir letztendlich den Platz überhaupt noch bekommen haben.
Weitere Monate vergingen und zum Herbst hin bekamen wir einen süss bemalten Brief und der Info, dass wir zum Gespräch kommen sollten. Hier fing das Problem schon an, wir waren nämlich im Urlaub. Also – Termin verschieben. Als der Tag kam, standen wir pünktlich im Kindergarten, es war Sommerferien Zeit und Niemand war da. Wir warteten und irgendwann kam dann die Leitung. Was wir hier zu suchen hätten, es hätte keinen Termin gegeben und es sind Orientierungstage. Die Erzieherin ist krank, die Andere nicht da, wir sollten bitte einen anderen Termin machen. Na großartig!
Wenigstens der nächste Termin klappte und diesmal waren auch die Erzieher da. Wir saßen auf den winzigen Stühlen im leeren Gruppenraum, während eine Erzieherin sich die Maus schnappte und eine Runde spielte. Wir füllten in der Zeit Formulare aus, bekamen die Liste für den Kindergartenstart und wurden ein wenig überrumpelt mit der Eingewöhnung. In ein paar Tagen geht’s los!
Ich freute mich, war aber auch ein wenig geschockt. Nach soviel Ärger wurde es nun ernst und sie wird ein Kindergartenkind, Wahnsinn!
Wir besorgten die letzten Sachen und kurz bevor es dann starten sollte – Wurde die Eingewöhnung nochmal nach hinten geschoben.

Insgesamt 2 Monate nach offiziellem Kita Start hatte sie dann ihren ersten Tag – 1 Stunde. Wir gingen morgens in die Gruppe, sie bekam ihre Jacke ausgezogen und war auch schon verschwunden. Eigentlich war geplant, dass wir uns im Hintergrund halten, aber da sie uns keines Blickes würdigte, durften der Mann und ich rausgehen und saßen uns 1 1/2 Stunden den Hintern wund, bis wir sie wieder aus der Gruppe holen sollten. Sie zog ihre Jacke an und machte erstmal das Licht in der Gruppe aus – Sie geht ja schließlich heim.
Am nächsten Tag sollten es 2 Stunden sein, wir waren um 8 Uhr da und bis auf ein paar Kinder mit ihren Eltern fehlte von den Erziehern jede Spur – Im Gespräch hieß es noch, es wäre täglich zumindest Einer ab spätestens 7.45 da…. Als die Erzieher kamen, klappte es dann einwandfrei und ich verzog mich in’s „Elterncafe“ (Ein Tisch mit Kaffee mitten im Kiga, wo der Turnbereich der Kids war). Ihre Oma holte uns gegen 11 Uhr ab und sie bekam eine „Zuckertüte“ zum Kindergartenstart.
Den Tag darauf ging es für sie nach Hause, als Mittagszeit war, auch hier: Keine Probleme. Da alles wunderbar klappte, brachte am Freitag der Mann sie zur Gruppe – Er bekam nicht einmal ein Tschüss zu hören und schon spielte sie fröhlich drauflos. Die Eingewöhnung war zuende und ab da ging sie von 8 bis 14 Uhr in den Kindergarten.
Morgens beim aufstehen war sie maulig, freute sich dann aber, als wir los mussten und sie endlich in den Kindergarten durfte. Morgens brachte der Mann sie, es war perfekt, da er sie dort abgeben konnte und dann weiter zur Arbeit fuhr – So war zumindest der Plan. Die Realität sah allerdings anders aus. Man sollte die Kinder pünktlich um 8 Uhr abgeben, aber selten war ein Erzieher in der Gruppe. Man musste in der leeren Gruppe warten, mal 5, mal 10, mal 15, mal 20 Minuten. Oder es kam nach einer halben Stunde (Frühstens) jemand herein, verkündete, dass BEIDE (!) Erzieher krank sind und man die Kinder bitte wieder mit nach Hause nimmt. Da ich nicht berufstätig bin, durfte die Maus auch nicht in die Notbetreuung. Tag für Tag wurde es zum Glücksspiel, ob sie bleiben darf oder gehen muss, mal kam jemand zu spät, mal waren beide krank. Wenn man das enttäuschte Kind dann wieder nach Hause bringen musste, kam kein Wort darüber, wann die Erzieher wieder da sind. In einem Tag? 2? 3? Eine Woche?
Die Maus veränderte sich zunehmend. Aus dem fröhlichen Mädchen wurde mehr und mehr das stille Kind. Keine Freude morgens hinzugehen und große Freude, wenn es Mittags nach Hause ging.
Wir fuhren nach Berlin, für eine Woche. Schwups war es wieder da, das freche, süsse Mädchen, mit der großen Klappe und der ansteckend guten Laune. Nach der Urlaubswoche sollte es wieder in den Kindergarten gehen, aber es verschlechterte sich mehr und mehr. Sobald wir in eine Straße einbogen, wo es zur Kita geht, fing sie an zu weinen, zu schreien, weinte, dass sie bei uns bleiben möchte. Morgens klammerte sie sich an ihren Papa, Mittags rannte sie mich fast über den Haufen, um schnellstmöglichst nach Hause zu kommen. Täglich sah ich durch die Glasscheibe in der Gruppentür, dass sie allein am Tisch saß – Weder Erzieher, noch Kinder um sie herum. Ein trauriger Blick nach unten und das wartende Gesicht zur Tür. Immer wieder fragten wir sie, was los ist. Was sie im Kindergarten macht, ob sie glücklich ist – Bis heute bekamen wir keine Antwort. Nur bei einem Thema war sie sich sicher – Sie möchte nicht mehr in den Kindergarten. Die Erzieher hatten keine Zeit zum reden, waren weiterhin ständig krank und so fassten wir uns ans Herz und kündigten. Wir haben lange drüber nachgedacht, ob es vielleicht nur eine Phase ist, was Kinder nun mal manchmal haben, wenn sie keine Lust haben, es zuhause bequemer ist, ein Geschwisterchen unterwegs ist oder es grad einfach doof ist. Aber es war anders. Sie war nicht trotzig, sie war unglücklich. Ihr ganzes Wesen veränderte sich und es brach mir das Herz, sie so zu sehen. Als wir ihr sagten, dass sie nie mehr dort hin muss, strahlte sie über das ganze Gesicht, beim abholen ihrer Sachen konnte sie nicht schnell genug wieder zum Auto laufen.
Es war die richtige Entscheidung, auch wenn Andere das vielleicht anders sehen sollten.

Wir standen auf der Warteliste des eigentlichen Wunschkindergartens, wir riefen andere Kitas an, standen auf unzähligen Listen. Es kam nichts. Das nächste Kita Jahr startete und wir standen mit leeren Händen da. Alle Kindergärten sind voll. Oder Nein – Hier und da ist noch ein Platz, aber auch nur für 3 Stunden am Tag, dazu noch ewig weit weg und Preise ab 300 Euro. Das können und wollen wir uns nicht leisten.
Wir hörten Dinge, da klingeln mir die Ohren. Versuchen sie es hier und da und dort, entschuldigen sie, aber sie wohnen auf der falschen Straßenseite, sie müssen zum Vorstellungsgespräch bei den anderen Eltern kommen, U3 gar kein Problem, aber Ü3 ist die Warteliste bis zum nächsten Jahr komplett voll, wir nehmen nur Kinder aus der Nachbarschaft, sie sind in der falschen Gemeinde, wenden sie sich doch an XYZ.
Laut dem Amt sind ALLE Plätze in der ganzen Stadt belegt (Ernsthaft jetzt?), dank Rechtsanspruch würde uns zwar ein Platz zustehen, aber wenn der am anderen Ende der Stadt liegt und ich pro Tag ÜBER 4-5 Stunden unterwegs bin, nur für den Kitaweg, bringt das auch nicht wirklich viel. Tagesmütter? Voll und ein Kindergarten wäre uns schon irgendwie lieber.

So war der Stand, bis jetzt. Letztendlich haben wir 3 Kita-Monatsbeträge bezahlt, dafür, dass sie KEINEN Tag dort war, haben einen Rechtsanspruch, aber keinen Platz.
Ich habe keinen Führerschein, kann und möchte nicht 2 Stunden mit Bus und Bahn zur Kita fahren oder 300 Euro im Monat für wenige Stunden ausgeben.
Vielleicht gibt es Menschen, die über diesen Beitrag fluchen, die hohe Kitagebühr als völlig normal empfinden, vielleicht noch viel weiter zum Kindergarten brauchen oder unter keinen Umständen das Kind aus dem vorigen Kindergarten rausgenommen hätten. Das ist aber meine Meinung. Unsere Meinung.

Vor kurzem bekamen wir dann einen Anruf vom Amt für soziale Dienste. Sie steht auf der Liste der unversorgten Kinder und wir haben das große Glück, dass ein Kindergarten Platz frei geworden ist. Wir sollten uns aber beeilen, denn es gibt direkt schon andere Interessenten. Voller Freude riefen wir an, erkundigten uns und… Ließen es bleiben.
Aufnahmegebühr im 3-stelligen Bereich, monatliche Zahlung, die über 250 Euro betragen, zusätzlich noch regelmäßiges Lebensmittel und Getränke einkaufen für alle Kinder dort. Außerdem Gartenpflege, Kindergarten säubern und regelmäßig im Kindergarten anwesend sein, um zusammen mit den Erziehern die Kinder zu betreuen. Das möchte ich einfach nicht, nicht mit einem Baby zuhause und den sowieso schon hohen Kitakosten. Abgelehnt.
Nur wenige Tage später schickte der Mann mir ein Foto über WhatsApp, „Hier entsteht ein Kindergarten“. „Das wäre doch ideal!“, lachten wir und schenkten dem keine weitere Beachtung. Am nächsten Tag wurde ich dann doch neugierig, googelte, informierte mich und sah, dass dieser Kindergarten schon besteht. Ich fand ein Formular für die Anfrage auf einen Platz, füllte alles aus, sagte dem Mann Bescheid und im gleichen Atemzug bat ich ihn, dort anzurufen – Das geht schließlich schneller, als auf eine Mail zu warten.
Wir bekamen einen Termin, ein einziger Platz wäre noch frei.
Warten. Hoffen. Tausend Mal die Website durchlesen. Und dann kam der Tag.
Wir saßen im Büro und die Kindergarten Leitung erzählte uns, dass sie umziehen. Für einen Moment sah ich mich schon wieder rückwärts rausgehen, wer weiß, wo die Kita hinzieht – Bis sie sagte, dass sie lediglich das Stockwerk wechseln. Der freie Platz war pures Glück. Eine Stunde vor dem Telefonat wurde ein Platz wegen Umzug gekündigt, nach uns stehen schon 2 weitere Eltern auf der Warteliste. Die Krippenplätze – 52 wartende Eltern.
Wir schauten uns die Einrichtung an, hatten ein langes Gespräch und nach fast 1 1/2 Stunden wurden uns 26 Seiten ausgedruckt – Der Kindergarten Vertrag!
Gültig ab Mitte November, vor dem Start kommt sogar der Bezugserzieher zu uns nach Hause, zum Kennlerngespräch. Das Konzept klang gut, anders, als erwartet, aber gut. Die Maus verschwand bei der Besichtigung direkt in einem Raum und wurde richtig sauer, als wir wenig später nach ihr schauten.
Ein paar Wochen noch – Dann geht’s los. Auf ein Neues und dieses Mal hoffentlich als Happy End dieser Story.

Go and get a life – Respekt im Netz

Passwort für die geschützten Einträge? Hier geht's lang                

„Meine Welt besteht nur aus Piercings, Tattoos und Glitzersachen. Ich habe keinen Bock zu arbeiten. Ohne meinen Mann bin ich ein Nichts. Ich sollte der Maus die Ohren anlegen lassen. Ich sollte kein weiteres Kind bekommen, wenn ich nicht vorhabe, zu stillen. Kunstnägel sind sinnlos. Ich jammere über Dinge, die zu teuer sind. Die Maus wird von mir nichts für die Zukunft lernen. Ich habe keinen Bock, dass mich jemand vermittelt und verzichte auf Geld. Mein Kind spricht nicht, weil ich sie nicht fördere. Ich beschäftige mich nicht mit meinem Kind. Kein iPhone 5s, das 5c reicht auch. Mein Kind trägt nur Pink und sollte sich für mich schämen, weil ich nicht mehr habe, als einen Schulabschluss. Ich sollte nachts oder frühmorgens arbeiten. Ich schäme mich für mein Kind, wenn ich nicht sage, ob sie geplant oder ungeplant war.“
Dies ist nur ein Bruchteil der Kommentare, die mir anonym geschrieben werden. Würdet ihr einen Menschen draußen auf der Strasse in die Augen blicken und einen dieser Sätze ins Gesicht sagen? Menschen, die ihr gar nicht kennt, mal flüchtig irgendwo gesehen habt? Oder stellt euch vor, euch würde man solche oder ähnliche Dinge an den Kopf werfen. Schönes Gefühl, nicht?

Ja, ich bin mir durchaus bewusst, dass ich ein kleines bißchen von meinem privaten Leben im Internet preisgebe. Ich poste, was wir essen, ob wir auf den Spielplatz oder shoppen gehen. Ich sage, wie alt ich bin, wie ich heiße und ob ich Tattoos habe. Ich twittere, teile Fotos auf Instagram und blogge Auszüge aus meinem Leben.
Dennoch gibt es Grenzen.
Wenn ich ein Burger Foto poste, heißt es, dass wir nur ungesund essen? Wenn ich die Maus in Rosa kleide, bedeutet es, dass sie keinerlei andere Farben trägt? Darf man nur schwanger werden, wenn man vorhat, zu stillen? Nur weil ich derzeit nicht arbeite, werde ich es niemals tun? Ein paar Piercings und die Liebe zu Tattoos bedeuten, dass ich nichts anderes im Kopf habe?

Auch wenn man oft präsent ist, dies ist ein Bruchteil meines Lebens. Ein kleiner Bruchteil. Und viele Anonyme nehmen sich das Recht raus, so zu tun, als wissen sie alles. Kotzen ihre Schimpfwörter, Anschuldigungen und Beleidigungen auf eine Plattform und fühlen sich im Recht. Klar, ist ja auch leicht gemacht, mal eben ein paar Wörter getippt, Urteil gebildet, fertig. Aber bitte beantwortet mir eins: Was bezweckt ihr damit? Dass ich von morgens bis Abends mit meiner Tochter das ABC pauke, alles stehen und liegen lasse und jetzt und sofort arbeite, mich nie wieder tattoowieren lasse und Glitzer ab jetzt ignoriere?

Wenn man sich dafür entscheidet, zu bloggen, mit fremden Menschen Dinge zu teilen, dann ist man sich auch darüber bewusst, dass es nicht immer nur von jeder Seite Zurufe gibt. Jede Person auf dieser Welt hat seine eigene Meinung und das ist super so. Wenn jemand konstruktive Kritik ausübt, finde ich das ok. Ich kann damit leben, man kann in freundlichem Ton diskutieren, man kann auch mal Fragen stellen, wenn einen ein Thema interessiert oder ein „Warum?“ erfahren möchte.
Aber oft legt man dies beiseite und wird ausfallend. Weil meine Meinung nicht passt, weil mein Leben anders ist, als von Person XY. Vielleicht sogar, weil ich Kunstnägel habe und die nicht gefallen. Ich weiss es nicht. Aber ich bin kein Mülleimer. Kein Mülleimer für Wortkotze, Beschimpfungen und respektlosen Verhalten. Ich bin ein Mensch. Ich habe Gefühle, ich kann klar denken und hab nicht nur Kaugummi im Gehirn.
Wenn ich eine Person nicht mag und nicht damit klar komme, verlasse ich den Blog. Ich verfolge diese Person nicht auf Twitter, beschäftige mich nicht mit ihrem Leben und widme mich anderen Dingen. Wofür existieren Follow Button, die man jederzeit „entliken“ kann?
Zeit ist kostbar. So, so kostbar. Grade in diesen Zeiten weiss ich, was es bedeutet, bewusst Zeit mit den Personen zu verbringen, die man liebt. Weil einen die Zeit in den Fingern verrinnt. Weil sie nie wieder kommen wird. Wozu also mit Dingen beschäftigen, die einen aufregen? Es gibt doch Milliarden von Bloggern da draußen, die man vielleicht lieber liest.

Eigentlich wollte ich zu den obigen Kommentaren gar nicht viel sagen, aber ich mache diesen Fehler trotzdem.
Wisst ihr, ich finde es wunderschön, den Luxus zu haben, dass ich volle 3 Jahre ab der Geburt bei meinem Kind sein kann. Dass ich sie nicht mit wenigen Monaten in die Kita schicken musste, weil mein Elternjahr vorbei ist, sondern in vollen Zügen ihr Aufwachsen mitzuerleben, bei ihren ersten Schritten und dem ersten Wort dabei zu sein. Jeder Mensch ist anders. Die einen wollen unbedingt schnell wieder arbeiten, oder müssen es, und das ist völlig ok. Zuhause zu bleiben aber auch. Weil man das Recht darauf hat. Früher war dies völlig normal und man kannte es gar nicht anders – Heute wird es verpöhnt.
Zudem sprechen wir hier von einigen Jahren, nicht einen Leben lang. Natürlich bin ich mir bewusst, dass es mit jedem Jahr schwieriger wird. Mir wurde gesagt, ich soll einen Nebenjob antreten, jetzt (Bzw. vor einigen Monaten), während die Maus noch nicht im Kindergarten betreut wird, nachts arbeiten oder früh morgens. Unsere Nacht ist um 6.30 vorbei. Ich schlafe sehr schlecht, brauche lange, um zur Ruhe zu kommen und ist es da wirklich nötig, nachts zu arbeiten, wenn ich 12 Stunden täglich allein für die Betreuung meines Kindes verantwortlich bin?
Ich hatte nie vor, mit 23 Ausbildungslos zu sein. Mit kindlichen Gedanken sagte ich früher immer, ich will Abi machen, Arzthelferin werden. Es kam anders. Mir ging es viele Jahre in der Schulzeit sehr schlecht, ich fiel seelisch immer weiter bergab. Ich verließ das Gymnasium, machte eine Therapie, war in einem speziellen Projekt und wurde wieder „eingegliedert“, machte in wenigen Monaten meinen Schulabschluss mit einer 1 in fast jeder Abschlussprüfung. Ich ging zur Berufsschule und mein voriges Problem tauchte wieder in mein Seelenleben. Ich bewarb mich dumm und dämlich, weinte vor Glück, als ich die Zusage für eine Ausbildung bekam. Ich reisste mir den Arsch auf, wurde von meinem Choleriker Chef vor Patienten angebrüllt und verließ die Praxis letztendlich, weil mein Chef, mein Ausbilder, schlichtweg keine Zulassung hatte. Murphy in your Ass.
Aber statt aufzugeben, bewarb ich mich weiter. Bekam irgendwann eine zweite Chance. Und wurde wieder gekickt, weil der Arzt keine 2 Auszubildenden beschäftigen wollte. Meine damalige Kollegin rasselte durch die Prüfung und ich musste für sie gehen.
Und dann stellte sich mein Leben völlig auf den Kopf und wir bekamen das größte Glück in Form eines Kindes.
Und wisst ihr, jetzt nehme ich mir einfach mal das Recht heraus, es einfach zu genießen, Mutter zu sein. Ohne Verpflichtungen. Diese Zeit wird nicht für immer sein und selbst, wenn ich ein weiteres Kind bekommen würde und auch dann nicht nach wenigen Monaten wieder arbeiten würde, wäre das ok. Weil ich es nämlich nicht der ganzen Welt recht machen muss und „Jetzt nicht arbeiten“ nicht bedeutet „Niemals arbeiten“.

Jedes meiner Tattoos habe ich mir erspart. Durch ein Gehalt, was ich damals bekam oder durch Geld, welches ich zu Geburtstagen oder anderen Feiertagen geschenkt bekommen habe. Ich lasse mir die Nägel machen, weil dies diese eine Stunde Luxus im Monat ist, die nur für mich da ist. Ich finde gepflegte Nägel sehr wichtig und habe einfach nicht die Ruhe oder die Lust mir diese ständig neu zu bepinseln, in Form zu pfeilen und co. Manch einer mag es, der Andere nicht. Mein Mann überlegt bei jedem Termin sogar mit, welches Design dieses Mal schön wäre und findet es hübscher, als kurze, lackierte oder unlackierte Nägel.
Meine jetzige Meinung zum Thema stillen beim zweiten Kind ist Nein. Diese Meinung stammt aus dem Hier und Jetzt und kann sich jederzeit ändern, Gründe lassen sich schnell finden, man kann darüber streiten und Kinder mit Pulvermilch bekommen genauso viel Liebe und können ebenso innig gefüttert werden. Ich habe viele Nächte und einige Tage mir den Kopf darüber zerbrochen, bin in Tränen ausgebrochen und war verzweifelt. Es kam nicht genug Milch, das Kind ließ sich nicht anlegen, es war zuviel Stress drumrum und für uns. Es kann auch anders laufen, das leugne ich nicht, aber ich denke, für uns ist der andere Weg der Bessere.
Jeden Tag schaue ich mit meiner Tochter Bücher an, zeige ihr Dinge, benenne sie, übe mit ihr Wörter richtig auszusprechen. Sie puzzelt, knetet, malt und hat nicht übermäßig viel Spielzeug, wie man im Blogpost über ihr Zimmer sehen konnte. Viel mehr existiert nämlich nicht. Ich hasse Plastikbimmelspielzeug und mag motorisch wertvolles lieber. Genauso darf sie aber mit Barbies, Autos und co spielen – Eben mit dem, was ihr gefällt. Ich stecke sie nicht in 20 Kurse und sie muss auch nicht von 1 bis 100 zählen können. Wenn sie etwas noch nicht kann, ist das ok. Nicht jedes Kind ist gleich, kein Kind muss ab 1 perfekt sprechen können und von morgens bis abends gefördert werden. Wenn man mit 2 Jahren Englisch für Anfänger macht, oder von Geburt an verschiedene Kurse besucht, ist das in Ordnung. Muss man aber nicht. Und das ist auch ok.

Ich gebe viel preis, aber was ich preis gebe, entscheide immer noch ich. Und dementsprechend muss ich nicht jede Frage beantworten und die Antwort öffentlich ins Netz stellen. Und vor allem nicht, wenn man dabei noch mies angegangen wird. Ich muss nicht sagen, wofür wir das Geld ausgeben, ich muss nicht täglich zeigen, ob das Kind gefördert wird oder ob es Salat oder Pizza gibt. Ich kann es, mache es manchmal, muss es aber nicht. Weil ganz allein ich darüber entscheide, was ich teile und was nicht. Zu welchem Zeitpunkt, wie ausführlich oder ob ich es komplett heraus halte.

Manchmal habe ich das Gefühl, als wenn krampfhaft etwas gesucht wird, worüber man motzen kann. Ich lese viele Blogs und ja, bei dem Ein oder Anderen gefällt mir vielleicht auch nicht alles. Es gibt aber bedeutende Unterschiede. Nämlich, ob man sich überlegt, dass es nicht besser wäre, sich nicht weiter damit zu beschäftigen oder die Person zu verletzen, mit Worten. Bevor man solch einen Kommentar abschickt, überlegt man da eigentlich, was und wie man grad etwas geschrieben hat? Wie sich die Person am anderen Ende fühlt? Ist man wirklich so bitterböse und gibt soviel Hass in ein paar Zeichen, wenn man jemanden eigentlich kaum kennt?
Heutzutage wird viel zu schnell ein Urteil gefällt, ohne wirklich nachzudenken.
Und selbst, wenn ich jeden Tag nur rosa Cupcakes posten würde, Glitzerglitterplüschpuff Sätze schreibe und Geld, welches ich nicht selbst verdient habe, für, in manchen Augen, sinnlose Dinge ausgebe, heißt es dennoch nicht, dass mein Leben nur daraus besteht. Dass ich keine anderen Sachen mache, über nichts anderes nachdenke oder nichts anderes vorhabe.
Es sind Mutmaßungen, mehr nicht. Und ich müsste mich nicht mal rechtfertigen. Wieso ich es trotzdem tue? Ich weiß es nicht. An manchen Tagen, da lache ich über anonyme Kommentare. Rede darüber, verdrehe die Augen. Und an anderen Tagen tut es weh. Weil ich eben auch nur ein Mensch bin und es nicht nötig habe, mir alles gefallen zu lassen, was man mir entgegen rotzt.

Auch, wenn hier so viele Worte stehen, ich soviel zu meinem Leben geschrieben habe – Es ist nur ein Bruchteil. Ihr wisst nicht, was im Leben eines Menschen vorgefallen ist, welche Schicksalsschläge derjeninge hinter sich hat, wie oft man weinend da sass, zusammen gebrochen ist und nie wieder aufstehen wollte. Wieso man so ist, wie man ist, warum man so ist und nicht anders. Denkt vielleicht einfach mal dran, wenn ihr nächstes Mal jemanden beschuldigt, nur Glitzer im Kopf zu haben. Ihr kennt nicht die ganze Geschichte.
Begegnet euren Gegenüber mit Respekt, egal ob auf der Straße, im Büro oder im Internet. Achtet darauf, dass Worte anders ankommen können, als sie geschrieben wurden, man nicht weiß, was in der Person vorgeht und denkt nochmal nach, ob es das wirklich wert ist oder ihr lieber rausgeht, Sonnenstrahlen tankt und einem netten Menschen sagt, dass er super ist. Statt sich mit Dingen rumzuärgern, die man nicht nachvollziehen kann.