Soviel in 2 Jahren

        

Manchmal, da finde ich es unglaublich, wie groß unsere Tochter schon geworden ist. So erinnere ich mich noch genau, wie hilflos sie mit ihren kleinen Händen gezuckt hat, mit den Beinen gestrampelt hat und nur wenig grösser als die Hand des Mannes war (Ja wirklich, so winzig!).
Sie wurde größer und größer und wir feierten ihren ersten Geburtstag. Einige Wochen vorher fing sie an frei zu laufen und hielt uns auf Trap. Schon damals dachte ich mir, wie groß sie doch schon ist. Aber jetzt, an ihrem zweiten Geburtstag fällt es mir nochmal mehr auf.
Damals freuten wir uns, als sie zaghaft unsere Hand los ließ und die Welt erkundigte, heute ist das laufen zur Normalität geworden. Ich kann mir kaum noch vorstellen, wie das war, als sie noch krabbelte, rennt sie doch heute wie ein Flitzebogen umher.
Und sie versteht soviel. Klar, sie ist nun 2. Da ist man ja auch schon ein großes Mädchen. Aber sie ist auch erst 2! Diese ganzen Dinge, hat sie in 2 Jahren gelernt. 2 Jahre sind für uns Erwachsene doch nichts, in Kinderjahren aber eine Menge.
So isst sie mit Gabel und Löffel und fordert dies auch immer ein. Ohne Gabel wird nicht gegessen. Schmeckt es, kommt ein „Mhhhm“. Ihre Trinkflasche wird auf den Tisch gepackt und ein Untersetzer drunter gelegt, da stehen Mama und Papa’s Getränke ja auch immer. Und anheben muss man es, sonst kommt nichts raus. Sie schüttelt mit dem Kopf und sagt „Nein“, wenn sie etwas nicht möchte, weiss, dass Flaschen aufgedreht werden müssen, dass im Kühlschrank das Essen ist, man auf dem Stuhl sitzen muss, zum essen, der Abwasch in die Spüle kommt, der Müll in den Mülleimer. Sagt man ihr, sie solle etwas wegwerfen, geht sie in die Küche, öffnet den Mülleimer, wirft es rein und kommt zurück. Das Türgitter wird immer geschlossen, alle Türen macht sie hinter sich zu.
Zieht man sich oder sie an, will sie zur Tür und raus gehen, Jacken zieht sie allein aus, Hosen zieht sie an, bei Schuhen versucht sie es auch. Sie weiss genau, welche Kleidungsstücke sie mag und dreht und wendet sich dann stolz vor dem Spiegel.
Sie sagt „Danke“ und „Bitte“, winkt dem Telefon zu, wenn man sich verabschiedet und bringt es wieder zur Ladestation. Sie telefoniert damit stundenlang und kann die Tastensperre meines iPhones entsperren, die Kamera starten und ein Foto machen, den Musikplayer anmachen und dazu tanzen.
Wenn wir beim Supermarkt aus dem Auto steigen, holt sie sich einen Einkaufswagen, fährt auf Kommando, rechts, links und gradeaus, packt Dinge in den Einkaufswagen, die sie später aufs Kassenband legt und wieder in den Wagen packt. Danach bringt sie alles zum Auto, will den Kofferraum füllen und den Wagen zurück bringen.
Sie versteht, wenn man sie fragt, ob sie auf’s Töpfchen muss, läuft dann zum Badezimmer, öffnet die Tür, zieht sich die Hose runter, zupfelt an der Windel und setzt sich auf’s Töpfchen. Mit Erfolg.
Sie läuft Treppen, drückt den Aufzugsknopf und sprintet rein, macht die Musikanlage an, versucht, den Ventilator zu bedienen. Sagt man „Heia“, läuft sie in’s Bett und dort muss immer ihre „Katzi“ sein und ihre Kuscheldecke, sie gibt mir Zeichen, dass ich das Licht ausmachen soll und kuschelt sich ein.
Beim Fleischer fordert sie sofort Wurst ein, beim Bäcker Brot. Bei der Oma wird vor’m Küchenschrank auf Kekse gehofft und direkt zum Abstellraum gelaufen, einen Korb mit Spielzeug holen.
Fahren wir in die Straße, in der meine Familie wohnt, freut sie sich sofort und ruft „Hi“, beim Eingang „Wauwau“, weil der Hund bei unserer Ankunft bellt.
Sie macht „Ei“ und streichelt, gibt uns Küsschen und umarmt. Sie teilt ihr Essen und Trinken und freut sich, wenn sie jemanden füttern kann.
Kleinere Kinder betitelt sie als „Baby“ und die Fotos von ihr sind „Baby Carrie“. Babys muss man streicheln und bekuscheln, Babys sind in Mama’s Bauch (Ahja….).
Sie weiss, welchen Schlüssel vom Schlüsselbund in unser Schloss passt, sucht ihn zielsicher raus, steckt ihn ins Schloss und will die Tür öffnen. Papas Schuhe gehören in die Gaderobe, rumfliegende Sachen in die Waschmaschine. Nach dem Essen oder Zähne putzen wischt man sich den Mund ab, wenn die Finger dreckig sind, wird um ein Tuch gebeten.
Sie kann es nicht erwarten, bis Nudeln gekocht sind und trotzt, bis sie endlich fertig sind.
Sie kämmt ihre Haare, will sich mit dem Nagelknipser die Nägel kürzen, fordert Zöpfchen und fühlt sich mit Sonnenbrille cool.
Sie weiß, wo unsere Süssigkeiten liegen, gibt uns auf Nachfrage Dinge, nach denen wir sie fragen (Handy, Fernbedienung, Kissen, Schnuller, usw).
Sie hat einen Freund. Wenn sie sich sehen, wird sofort Händchen gehalten, sie umarmen sich und geben sich Küsschen.

Und das ist bei weitem nicht alles. 2 Jahre und eine wahnsinnige Entwicklung. Vom hilflosen kleinen Wesen zum großen Mädchen, mit Launen, Macken, Eigenarten und soviel Liebe.

Tage wie dieser

        

Ich liebe diese Tage, an denen wir Dinge machen, die ihre Augen strahlen lassen. Das kann ein einfacher Besuch im Zoo sein, oder bei Oma und Opa im Garten spielen.
Sie beobachtet, ist fasziniert, begeistert, freut sich, spielt und genießt. Und ich schaue sie an und mein Herz hüpft. Wie toll so ein Kinderlachen doch ist…

Happy second Fathersday

        

Vor einem Jahr schrieb ich schon einmal so einen Blogpost. Süsse 6 Monate war Carrie dort alt und der Mann hatte seinen ersten Vatertag. Nicht mehr einfach nur Männertag feiern, sondern das Vater sein. Das Vatersein einer unglaublichen Tochter, die heute schon ein Jahr und 8 Monate alt ist.

Wenn er abends nach Hause kommt, springt sie ihm mit einem lauten „Hi“ entgegen und egal, wie müde sie vorher war, ob sie grad maulig war oder gespielt hat – Die Laune ist auf dem Höchstpunkt und es wird ausgiebiges Papa knuddeln gefordert.
Abends bringt er sie ins Bett, deckt sie zu und gibt ihr ihren Schnuller, bevor sich ihre Augen schließen, trägt sie auf den Schultern, damit sie die Welt entdecken kann. Er wechselt Windeln, streitet sich mit ihr darüber, ob die Jacke nun nötig ist oder nicht (Sagen wir… Er zieht sie an, Carrie zieht sie aus, er will die Jacke zumachen, sie sagt lautstark, wie doof sie das findet), teilt den Joghurt und manchmal auch den Duplo mit ihr.
Läuft Carrie’s Lieblingslied, nimmt er sie an die Hand und tanzt mit ihr, lässt sie durch seine Beine laufen, was ein lautes Quitschen und herzhaftes Lachen als Folge hat. Am Hals knutschen und sie kitzeln, hochwerfen und wieder auffangen, auf dem Boden rumrollen und unter der Decke verstecken.
Sie sitzen zusammen auf dem Sofa, sie in seinem Arm, kuschelnd mit der Bettdecke und Zeichentrickfilme guckend. Eis wird geteilt, sowie Pizza, auch wenn der Papa dann nur noch die Augen rollt, weil sie von oben bis unten mit Tomatensosse bekleckert ist. Baden will er am liebsten mit ihr zusammen und sie hat riesen Spaß daran. Da wird mit der Quitscheente tauchen gespielt und mit Badeschaum geworfen. Zähne putzen mit Papa ist toll und ist er doch mal allein im Bad, wird gemeckert, bis man rein darf. Im Garten wird weggelaufen und dann doch gewartet, bis er hinterher kommt, damit man wieder abhauen kann.
Fußball spielen ist Papa-Tochter Sache und dabei geht auch mal ein Bilderrahmen zu Bruch. Sie bekam ihr erstes Lebkuchenherz von ihm und muss nur süss genug schauen, damit er auch den pinken Pony Ballon holt.
Ein Highlight ist, wenn sie „Bapa“ sagt und das Vaterherz dahin schmilzt. Wenn sie in seinem Arm einschläft. Zu ihm läuft und Küsschen gibt. Ihn in den Arm nimmt und „Mhhhhhm“ sagt. Wenn sie mit allem, was sie tut, zeigt, wie sehr sie ihn liebt.

Schatz, über 1 1/2 Jahre bist du nun schon Papa. Vater einer Tochter, unserer Tochter. Bei all den Momenten sieht man einfach nur, wie groß diese Liebe hier ist. Die Liebe zu ihr, die Liebe zu dir. Wenn du mit ihr lachst und spielst, kommen mir fast die Tränen vor lauter Glück. Glück deswegen, weil Carrie den tollsten Papa hat, den man sich wünschen kann.
Du hast ihre Hand gehalten, als sie erst wenige Minuten auf der Welt war und hältst sie noch heute. Dieses winzige Baby, was grad mal deine Hand ausfüllte und das große Mädchen, dass immer noch so gern mit dir kuschelt, wie damals, als sie ihre ersten Tage zuhause verbrachte. Das Mädchen, dass völlig kaputt in deinem Arm eingeschlafen ist, als ihr zusammen gebadet habt und dich heute mit der Quitscheente haut und dich nass spritzt.

Noch kann sie es dir nicht selber sagen, aber zeigen tut sie es dir jeden Tag: „Ich hab dich lieb, Papa.“ Jeden Moment mit dir genießt sie und ich glaube, Carrie und ich sind uns einig, wenn wir sagen, dass du der beste Papa der Welt bist.
Wir lieben Dich. Jeden Moment, jeden Tag, immer. Mit dir sind wir Familie. Die beste Familie, die man sich wünschen kann. Danke.

(Vatertag 2012 und Vatertag 2013)