Teil 3: Wir kommen beim Kreisaal an und aus dem CTG Raum hört man eine Frau, die grad scheinbar wirklich schmerzhafte Wehen verarbeiten muss. Mein Mann sagt noch lachend zur Hebamme: „Helfen sie erst der Frau dort, meine Frau ist noch nicht so weit.“ Im CTG Raum bietet mir die Hebamme an, mich diesmal im sitzen zu verkabeln und ich bin unendlich dankbar. Wir lachen zusammen, sie gibt uns scherzhaft Tipps, wie man alles noch ankurbeln kann und auf einmal merken wir: „Wir kennen uns doch?“ Und tatsächlich – Sie ist die Frau, die damals bei der Geburt von C. dabei war. Das CTG startet und nach 15 Minuten würde es die nächste Tablette geben. Kaum angeschlossen, steigt die Wehentätigkeit minütlich auf über 80, dabei merke ich rein gar nichts. Das ist doch nur das Baby, was ihren Po mal wieder gegen die Bauchdecke drückt? Die Hebamme kommt wieder, hat alles über den Bildschirm im Kreißsaal verfolgt (Bei denen grad auch noch eine Führung stattfindet): „Ihr CTG sieht aus, wie die Frau nebenan sich anhört.“ Eine weitere Tablette will sie mir nicht geben, stattdessen würde sie mich gern kurz untersuchen. Okay? Kaum auf der Liege merke ich auf einmal, dass etwas läuft. Wirklich jetzt? Hab ich auf den letzten Metern meine Blase nicht mehr im Griff? Und nochmal. „Also entweder ich habe mich grad eingepinkelt, oder das war die Fruchtblase.“, sage ich zur Hebamme und kaum beginnt sie mit der Untersuchung, läuft es nur noch schwallartig. Die Fruchtblase! „Dein Muttermund ist bei 3cm und das Baby liegt sehr sehr tief.“ Prompt brechen der Mann und ich völlig in Tränen aus. Es geht los! All die Anspannung fällt von uns ab und dank des Adrenalins zittere ich so sehr, dass die Hebamme mir kurzerhand einen kleinen „Schnaps“ (Kräuter zur Beruhigung, also kein Alkohol) bringt. Wir sprechen noch drüber, wie lang sie heute Schicht hat und auch morgen ist sie wieder da. Wie cool es wäre, wenn sie auch diesmal wieder dabei wäre. Wenn ich möchte, könnte ich noch mal zurück auf die Station, um mich frisch zu machen – Meine Hose trieft förmlich. Doch weit komme ich nicht mehr..
Geburtsbericht Teil 3
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