Es ist Weiß – Und nicht alleine.

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Mein Handy vibriert, eine SMS kommt an. Der Inhalt: Ich soll die Tür aufmachen – Es wäre Weiß und nicht allein. Tausend Fragezeichen schwirren in meinem Kopf herum, Adrenalin schießt in meinen Körper und vom Garten aus laufe ich zur Haustür. Ein Strauß weißer Rosen und der Mann, den ich vor einer Woche das erste Mal getroffen habe.

Wir waren Kaffee trinken bei Starbucks und beim Versuch, den Strohhalm in meinen Becher zu drücken, kippte der halbe Eiskaffee über den Tisch. Wir waren im Kino und schauten uns immer wieder an, lachten zusammen und waren wahnsinnig schüchtern. Wir waren im Alex einen Cocktail trinken, machten dort die ersten Fotos zusammen, fingen an, Händchen zu halten. Und dann brachte er mich nach Hause, ich gab ihm einen Kuss auf die Wange und bekam nach einiger Zeit noch eine zuckersüsse SMS. Danach hatten wir Kontakt über viele, viele SMS Nachrichten und an jenem Tag, den 27.Juli 2009 hast du mir noch zum Geburtstag gratuliert und es bedauert, dass wir uns an diesem Tag nicht sehen, weil du arbeiten musst.

Jetzt stehst du da. Grinst. Und ich bin wahnsinnig aufgeregt, habe Schmetterlinge im Bauch und bin einfach nur geschockt, dass du da bist. Keiner aus meiner Familie kennt dich, bis auf meine Mama wussten sie nicht mal, dass es dich gibt. Und jetzt stehst du in der Einfahrt mit Rosen in der Hand und meine komplette Familie sitzt im Garten zum Geburtstagskaffee.
Das ist der Tag, an dem wir uns das erste Mal küssen. In meinem Zimmer. Total schüchtern und absolut verknallt. Wir kuscheln auf dem Bett, wir knutschen, wir halten Händchen, während wir bei meiner Familie im Garten sitzen. Du musstest dich bei Allen vorstellen und sie sind wohl genauso geschockt wie ich, dass du auf einmal da bist.

Und ab dem Moment bist du geblieben. Bis heute. Und machst mich jeden Tag wahnsinnig glücklich, lässt auch heute noch die Schmetterlinge fliegen und zeigst mir immer wieder auf’s Neue, dass wir Beide zusammen gehören. Wir beide als Paar, als Eltern, als Familie.
6 Jahre ist dieser Tag her, 6 Jahre haben wir zusammen verbracht. Wir haben eine Wochenendbeziehung geführt, haben auf engstem Raum zusammen gelebt, sind in die erste gemeinsame Wohnung gezogen, haben uns verlobt und geheiratet und uns für die 2 wundervollsten Kinder der Welt entschieden. Wir haben Höhen und Tiefen durchgemacht, haben gelacht, geweint, gehofft und vor allem eins: Immer zusammen gehalten.

Ich liebe Dich über alles, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und kann es mir einfach nicht vorstellen, jemals ohne Dich zu sein. Danke für 6 wundervolle Jahre.

Und auch in 50 Jahren…

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Es war ein langer Abend und obwohl wir uns vorgenommen haben, früh ins Bett zu gehen, wurde es viel zu spät. Wir waren noch mal bei der Location, wo die Feier stattfinden soll, um die Deko abzunicken und unsere Sachen hinzubringen. Es war der Moment von Bridezilla. Lautes fluchen, Tränen und Überforderung. Nichts war, wie ich es wollte und nach kleiner Eskalation meinerseits klappte es dann doch. Spät waren wir zuhause, der Kopf voller Gedanken und die Augen schwer von Müdigkeit. Arm in Arm schlafen wir ein, bis am nächsten Morgen, viel zu früh, der Wecker klingelt.
Es ist 5 Uhr morgens. Seufzend stehe ich auf und gehe Richtung Badezimmer, während Mann und Kind noch eine Stunde schlafen können. Das alltägliche Programm. Duschen, rasieren, eincremen, Haare waschen, schminken,… Und doch ist heute etwas anders. Es ist DER Tag. Der Tag, an den wir uns ein Leben lang erinnern wollen. Der Tag, der uns später noch zu Tränen rühren wird, der vor Lachen und Liebe nur so strotzen wird. Es ist der 20.Juli 2012. Heute werden wir heiraten.
Langsam wird auch der Mann wach und seine Nervosität steigt. Mir geht es noch gut, ich bin viel zu müde, um großartig nachzudenken. Wir ziehen uns an und ich schlüpfe in mein Kleid. Es ist das erste Mal, dass ich ein bodenlanges Kleid trage, ein Traum in Rosa mit weißen Details und Blumenranken. Ich liebe es und dennoch ist es ungewohnt. Kurz überlege ich noch, welche Schuhe ich wähle und greife dann zu meinen weißen High Heels mit einem Absatz, aus dem ein Herz geformt ist.
Zusammen stehen wir vor dem Spiegel, lächeln und kümmern uns dann um die Maus. Auch sie bekommt ein Kleid an, ebenfalls in Rosa und mit einem weißen Cardigan darüber. Kaum fertig, klingelte es schon. Pünktlich auf die Minute stehen unsere Trauzeugen vor der Tür. Wir haben noch Zeit kurz zu quatschen, noch einmal tief durchzuatmen, da kommen auch schon meine Eltern, um das Mäuschen abzuholen. Draussen warteten wir auf unseren Fahrer. Sollte er nicht schon längst da sein? Und dann kam er, mit einem fantastischen Autoschmuck. In Rosa, versteht sich. Wir stoppten noch kurz beim Floristen und dann ging die Fahrt zum Standesamt los. Hand in Hand sassen wir da und so langsam kribbelte es im Bauch. Trotz Parkverbot parkte unser Fahrer vor dem Gebäude und wir liefen den Gang zum Fahrstuhl entlang. Noch nie kam mir der Weg so lang vor.
Oben angekommen warteten schon alle auf uns. Zur Begrüssung wurde umarmt und schon musste ich die ersten Tränen runterschlucken, vor purer Freude. Die Standesbeamtin kam und es wurde ernst. Jetzt wird geheiratet!
Und da, da kam die Aufregung. Das Herz klopft bis zum Anschlag und die Standesbeamtin erzählte. Bis wir aufstehen sollten. Wir versprachen uns die Ehe. Es folgt ein Kuss, Tränen in den Augen und die obligatorische Unterschrift. Dann erklingt Luxuslärm mit „Unsterblich“ und der Song könnte nicht passender sein. Das ist unser Moment und am liebsten würde ich auf der Stelle losheulen, so glücklich bin ich. „Ihr seid nun verheiratet“ flüstert meine Trauzeugin und wieder kribbelt es im Bauch.
Wir haben Ja gesagt zu einem Leben zusammen, ganz offiziell auf dem Papier und für immer im Herzen. Ja zur Liebe, zur Gemeinsamkeit zum „Bis der Tod euch scheidet“.

All das ist nun 3 Jahre her. 3 Jahre, die wie im Flug vergingen und die mir schon viel länger vorkommen, als sie eigentlich waren. Es ist, als wären wir schon ewig verheiratet und ich würde diesen Moment jederzeit wiederholen. Jeden Tag würde ich erneut „Ja“ sagen zu dem Mann, der mir immer zur Seite steht, der mir die wundervollsten Kinder geschenkt hat und der einfach wundervoll ist. Ohne den Ring am Finger verlasse ich das Haus nicht, spüre, das was fehlt und liebe dieses kleine Schmuckstück wahnsinnig. Ich erinnere mich immer wieder an unseren Tag, an all die Momente, an das Bauchflattern und an den ersten Kuss als Ehepaar.
Irgendwann, da werden wir noch einmal heiraten. Vielleicht in 2 Jahren, in 3 oder 10. Wir werden unser Versprechen erneuern und noch einmal das schwören, was wir uns damals geschworen haben. Und weiterhin jeden Tag beibehalten. Bis in die Ewigkeit.

„Dass, auch wenn sie vielleicht 50 Jahre verheiratet sind, noch genauso gern die Hand des Anderen halten, dass sie sich weiterhin verliebt anschauen und denken, „Das ist der Partner, den ich haben wollte und mit dem ich mein ganzes Leben verbringen möchte“ (Zitat Standesbeamtin)

Kaffee, Kino und halb vergeben

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Ich sitze im Bus und mein Herz klopft bis zum Anschlag. Mein Handy vibriert – Eine SMS von dir. Du bist schon da. Nervös steige ich in die Straßenbahn und fahre die letzten Stationen, bis ich am Shoppingcenter angekommen bin. Hier findet unser erstes Treffen statt, nachdem wir Monatelang geschrieben haben, uns nur von Fotos kennen und ewig lange Nachrichten ausgetauscht haben.
Ich betrete die Mall und der Weg bis zum Starbucks, am anderen Ende, ist mir noch nie so lang vorgekommen. Ich laufe dir entgegen und du? Du drehst dich weg. Hast du mich nicht gesehen? Doch, natürlich. Ich komme zu dir und ganz ehrlich? Ich könnte kotzen vor Aufregung. „Und, wie auf den Fotos?“ – Wie dämlich ist das denn, hab ich das grad ernsthaft gesagt?! „Besser.“ Du grinst und wir entscheiden uns dazu, zu einem anderen Starbucks zu gehen – der am Haupteingang. Also laufen wir die ganze Strecke zurück…
Du bist völlig überfordert von der Auswahl, also bestelle ich zuerst. Wir sitzen am Tisch und beim Versuch, den Strohhalm in meinen Becher zu stecken, flute ich den halben Tisch mit meinem Eiskaffee. Was für ein grandioser Anfang, ich Trottel… Zumindest ich bin verschont geblieben, das wäre wohl noch die Krönung gewesen. Wir unterhalten uns, lachen nervös und irgendwie weiß doch keiner, was man sagen soll.
Irgendwann ist es Zeit für’s Kino. Wir schauen „Ice Age“, sassen nebeneinander, lachten über den Film, schauten uns immer wieder an. „Jetzt nimm doch endlich mal meine Hand! Am besten, du küsst mich einfach, aber die Hand reicht ja für’s Erste auch – Aber bitte mach jetzt endlich mal was!“ dachte ich mir den ganzen Film lang, aber nichts passierte.
Als der Film zuende war, stand recht schnell fest, keiner von uns möchte jetzt nach Hause gehen. Also gehen wir zu deinem Auto, ein kleiner Suzuki Swift. In Blau. Wir wollten zum Alex, vorab wolltest du noch zur Volksbank. Wenn man denn nur wüsste, wo eine ist…
Wir liefen eine Ewigkeit durch die Innenstadt, bis wir endlich eine Bank gefunden hatten und es zum Alex ging. Dort war es so voll, dass nur noch ein kleiner Tisch neben der Spielecke auf Hockern frei war, deshalb gingen wir wieder raus. Ab zum nächsten Alex… Hier war es leer und wir orderten beide einen Cocktail. Tequila Sunrise für mich, alkoholfreien Pina Colada für dich. Wir redeten über die irrsinnigsten Themen, über schlechte Eigenschaften, über Hobbys, Vorstellungen von Beziehungen und all möglichem. Was ich doch für zarte Hände hätte, sagtest du, als Vorwand, um irgendeinen Grund zu haben, meine Hand zu nehmen. Und ab da ließt du sie nicht mehr los.
Ich holte meine Kamera raus, wir machten Fotos zusammen und ich lehnte meinen Kopf an deine Schulter. „Scheisse, ist das unbequem!“ dachte ich mir, aber das war völlig egal.
Nach etlichen Anrufen meiner Mama beendeten wir den Abend dann doch – Auch, wenn wir wohl noch die ganze Nacht dort hätten sitzen können.
Hand in Hand liefen wir zum Auto, Händchen haltend fuhrst du mich nach Hause. Noch immer habe ich gehofft, dass du mich endlich küsst, aber es kam einfach nichts. Also gab ich dir einen Kuss auf die Wange und wir verabschiedeten uns.
Mit Schmetterlingen im Bauch ging ich rein und als ich schon fast schlief, kam eine SMS. Du fandest den Abend schön, bist grad zuhause angekommen und siehst dich nun wohl schon als „halb vergeben“ an. Mein Herz machte Luftsprünge. Ich glaube, ich habe mich nun wohl endgültig verliebt…

18.Juli 2009. Heute vor 6 Jahren traf ich das erste Mal den Mann, der bis heute an meiner Seite steht. Der nun so gar nicht mehr schüchtern ist, mich jeden Tag küsst, wie selbstverständlich meine Hand nimmt und aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken ist. Das Auto ist ein Anderes, das Kaffee umschütten ist geblieben. Und die Schmetterlinge? Die auch. Jeden Tag. Aus Verknallen ist Liebe geworden, aus dem Typen, aus dem Internet, der Ehemann.
Danke, dass du mir noch heute Herzflattern bereitest. Damals, lang vor dem Treffen und auch jetzt noch. Ich liebe Dich über alles auf der Welt.