Geburtstagssause zum 4ten Geburtstag

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Meine Hände tun weh vom vielen Luftballon aufpusten und verknoten, meine Augen sehen nur noch abwechselnd Luftballons, Torte und knallbunte Deko und eigentlich wollte ich seit Stunden im Bett sein. Was für ein Tag könnte das sein? Richtig – Alle Jahre wieder der große Geburtstagscountdown!
Wir haben bei meiner Familie im Garten geschmückt, Frozen Deko all over und auch zuhause im Wohnzimmer flattern Luftballons hin und her. 2 Mal habe ich einen Cheesecake gebacken, weil ich beim ersten Mal das Ei vergessen habe und den falschen Quark genommen habe (Beim späteren Geschmackstest merkte man dann, dass das gar nicht schlimm war, hmpf), eine Armee aus Cupcakes aus dem Backofen geholt und mich eine halbe Stunde mit Bisquit schlagen abgequält. Spagat zwischen Luftballons knoten und Torte mit Buttercreme eindecken, Luftschlangen verteilen und zum tausendsten Mal abwaschen.
Viel zu spät im Bett sein, um dann doch nur in Erinnerungen zu schwelgen, damals, als ich noch eine Kugel hatte und wenige Stunden später schon ein kleines Mädchen im Arm.
Am nächsten Morgen geht der Wecker, ebenfalls viel zu früh und prompt in der Minute, als ich aus der Dusche stieg, wurde es dunkel. Stromausfall! Die ganze Straße wurde innerhalb einer Sekunde duster und fluchend bin ich wieder ins Bett gekrochen. Irgendwann wurde es aber dann etwas heller, wenn auch immer noch ohne Strom und die Geburtstagsmaus wurde wach. Aufstehen? Nö. „Da ist eine Überraschung für dich im Wohnzimmer!“ – Und zack, hellwach aus dem Bett gesprungen. Auf dem Tisch warteten bereits 3 kleine Geschenke auf sie und ein kleiner Kuchen aus Fruchtgummi, inklusive Wunderkerze in Form einer 4. Das Highlight!


2 Frozen Hefte wurden ausgepackt und „Arielle“ auf DVD – Den Film, den sie sich schon sehnlichst gewünscht hatte. Da war der Strom auch, gottseidank, wieder da und so startete der Geburtstag einfach mal mit einem Film.
Nach einem kleinen Dekorierwahnsinn in der Küche war auch die Frozen Torte endlich fertig – Mit Anna, Elsa, Olaf, einer 4-Kerze, Wimpelkette, Schneeflocken Deko und Unmengen an Glitzer. „Wooooooooow!“ war die Reaktion – Alles richtig gemacht, oder?

Wir machten uns fertig, die Maus bekam ihr Geburtstagsshirt an und los ging’s zu meinen Eltern. Alles war so schön geschmückt und sie war völlig begeistert, dass auch dort überall Luftballons hingen. Freudestrahlend begrüssten sich die 2 Cousinen, spielten miteinander und dann die Begeisterung: Geschenkezeit!


Es gab eine „Susi & Strolch“ DVD und die tollste Einhorn Karte, die ich bisher gesehen habe, ein Tinkerbell und Barbie Hörspiel und ein Pony mitsamt Haarspangen, Sonnenbrille, Rock und allem drum und dran. Die Cousine hätte es wohl am liebsten selbst behalten – Ein absoluter Volltreffer dieses Geschenk.
Und dann packte sie ein riesiges Geschenk aus und zum Vorschein kam… Ein Paket. Mit DHL Aufkleber. „Oh, schau mal, das ist ja gar kein Geschenk, das ist Post für Mama!“ und schwups, gab sie mir das Paket rüber und die Schmolllippe kam zum Vorschein. Spaß muss sein! Nachdem sie dann doch reingeschaut hatte, war die Schmolllippe ganz schnell weg – Ein CD Player! Endlich kann sie selbst Musik hören, hat einen Player für Hörspiele und kann das Ding den lieben langen Tag durch die Gegend tragen (*Für sie getestet…). Der wurde dann auch direkt angemacht und die 2 Mädels hüpften durch die Gegend, spielten mit dem Pony, bis noch ein paar Geschenke ausgepackt wurden.


Elsa Schuhe! Und… „Wer heißt denn hier Elsa?“ „Hiiiiier!“ „Und Anna?“ „Hiiiiiier!“, Hände hoch winkend nahm sie begeistert ihre Geschenke an, ein Frozen Schal, eine Torte zum schneiden für ihre Spielküche und eine sprechende „Sofia, die Erste“ Puppe. Und dann – Das Geschenk überhaupt, erst wurde die Oma geknutscht und gedrückt und dann gab es nur noch einen riesigen staunenden, freudestrahlenden, Blick von der Maus. EINE KAMERA! Sie liebt es so sehr, Fotos zu machen oder fragt mich, ob ich sie fotografieren könnte, da ist dieses Geschenk einfach nur perfekt für sie gewesen. Ihre eigene Kamera, inklusive Selfie Cam, ein paar Spielen und vielen Möglichkeiten zum knipsen (Mittlerweile ist die Kamera ständig im Gebrauch und es ist faszinierend, was sie alles so vor die Linse kriegt).

Es wurde fleissig durch den Garten getobt, gerutscht, gespielt, gekuschelt, Kekse gefuttert und die neuen Spielzeuge ausgetestet. Der Mini wurde mit ihrer Haarspange gepimpt, während er ebenfalls Kekse mümmelte (Und am Ende selbst aussah, wie einer…) und irgendwann trudelte dann die beste Freundin ein – Patentante des Minis und Quasi-Tante der Maus. Im Gepäck hatte sie noch 2 Geschenke, ein Tee Service von Frozen und ein Spielturm mit Rutsche, Schaukel, kleiner Barbie und Häschen Spielgefährten. Zuckersüss!
Kurz darauf war dann Torte futtern angesagt, nicht, ohne dass noch eine Überraschung in der Gartenhütte wartete.. Was ist das denn für ein komischer Berg, wo Mama’s Jacke drauf liegt? Zur Seite genommen und… „Anna!“ Tage zuvor war sie noch zu Tode betrübt, weil sie zwar eine Elsa Barbie hatte, aber ihr Liebling, Anna, fehlte. In sämtlichen Märkten wollte sie uns überzeugen, doch endlich eine Anna Barbie zu kaufen und jetzt war endlich eine da. Mitsamt Frozen Schloss! Der Eispalast und das Schloss von Arendale, mit Rutsche, Bett, Sofa, Sessel, Spiegel und allem, was dazu gehört. Ein Geschenke Highlight folgt wohl dem Nächsten…
Und dann kam auch noch der Opa von der Arbeit und gab ihr einen kleinen Umschlag. Noch ein Geschenk? Freudestrahlend packte sie aus und zum Vorschein kamen viele kleine Dinge, aber nach Geschenk sah das nicht aus… Fenstergriffe? Komisch. Grinsend tauschte der Opa dann aber mit ihr und Frozen Geschenkpapier sieht dann doch eher aus, als wäre es für sie… Ein kleines Spielset von Arielle ist definitiv besser als Fenstergriffe, dachte sie sich wohl auch in dem Moment…

Nach der Tortenvernichtungsaktion a la „Puh, davon braucht man echt nur ein Stück, aber der Cheesecake, der ist göttlich“ ging es wieder raus und die Kinder machten sich über die Seifenblasen her. Später hängten wir noch die Pinata auf – Ein Spaß für die ganze Familie, ich sag’s euch!
Die 3 Kinder hauten wie verrückt auf die Papiertorte und selbst der Mann packte der Ehrgeiz und versuchte sein Glück. Tja, Pinata 1, Kinder und Mann 0. Der Maus kamen schon die Tränen vor lachen und eigentlich hätten sie wohl heute noch geschlagen – Hätte die Oma nicht ein klitzekleines bißchen nachgeholfen. So flogen die Süssigkeiten und die Kinder tummelten sich am Boden, um all die Haribo Tütchen einzusammeln. Gerecht geteilt und mit Süsskram Vorrat für die nächsten Jahre wurde weiter gespielt – Der Mini rupfte in der Zeit lieber Gras und buddelte kleine Löcher in den Garten.
Der Barbie Spielturm wurde zusammen gebaut und als ihr Cousin und ihre Cousine schon den Heimweg antraten, spielte die Maus noch fröhlich damit, bis sie das Luftballon Handball spielen für sich entdeckte. Rette sich wer kann, oder Luftballon im Gesicht, oder wie war das?
Wir brachten noch meine Freundin nach Hause und verkümmelten uns dann mit einem völlig kaputten, müden, aber wahnsinnig glücklichem Kind auf’s Sofa, aßen noch kurz etwas und kuschelten uns dann zu Viert ins Bett. Geburtstag geglückt, würde ich sagen.
Die Maus fand jedes ihrer Geschenke toll und spielt seitdem wirklich mit Allem. Sie läuft durch die Wohnung und knipst alles, was sie finden kann, tanzt in ihrem Zimmer dank des neuen CD Player’s, rettet ihre Anna Barbie vor dem robbendem Baby und erzählt die tollsten Geschichten mit ihrer Sofia Puppe und dem Pony. Die DVD’s kann sie (Und ich) wohl bald auswendig und auch jetzt erzählt sie immer noch davon, was sie für einen tollen Geburtstag hatte. Was am besten war? Die Elsa Torte, das Pony, die Anna Barbie und: Dass alle da waren. Alle, die sie lieb hat. Genau so soll es doch sein. Nur das warten, bis man wieder Geburtstag hat, das ist ein bißchen doof.

Ich danke euch übrigens Allen, für all die tollen Geburtstagswünsche. Instagram, Facebook und Twitter waren voll mit lieben Worten und ich habe mich riesig über jeden einzelnen Satz gefreut. Auch auch die Maus, dass soviele Leute da draußen an sie denken. Danke!

4 Jahre ohne Kindergarten

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„Oh, hat ihr Kind heute Kindergarten frei?“, „Ist ihr Kind schon im Kindergarten?“, „Was macht ihr Kind denn bei Ihnen, ist gar keine Kita?“ „Na mit 3 ist sie ja sicher schon im Kindergarten“, „Und wie gefällt es ihr in der Kita?“
Ja, nun. Was soll man da antworten? Meine Tochter, im September schon 4 Jahre alt und kein Kindergartenkind. Sie geht weder in die Kita, noch in den Kindergarten, hat keine Tagesmutter oder ist in irgendwelchen Kursen. Sie ist zuhause – Bei mir. Und ihrem kleinen Bruder.

Es ist ja nicht so, als wäre sie nie im Kindergarten gewesen, oder wir hätten uns nicht bemüht, Nein. Ende 2013, Anfang 2014 schauten wir uns viele Kindergärten an, sprachen mit Erziehern und Leitern, bis wir unseren Antrag ausgefüllt im Wunschkindergarten abgaben und warteten. Bis wir Monate später einen Anruf bekamen und die Absage kam. Der Wunschkiga ist voll, die Liste der alternativ aufgeführten Kigas auch (Man sollte den Wunschkindergarten angeben und noch andere Kitas, die bei Vollheit in Frage kämen). Einen Kindergarten gäbe es da aber noch, der hätte noch einen (!) Platz frei. Also schauten wir ihn uns an. Das Konzept war ok, die Leitung grade neu und noch nicht eingearbeitet, viele Kinder tummelten sich überall, die Maus fühlte sich wohl und der Mann und ich knirschten mit den Zähnen. Das Umfeld war nicht grad das Beste, Gutes hatte man bisher auch nicht gehört und zu den Kita Kosten käme noch ein Monatsticket für den Bus dazu, da die Strecke einfach zu weit ist. Aber – Wir willigten ein und sagten zu. Wenn’s dann doch nichts ist, hat man es wenigstens versucht.
Danach kam nichts mehr. Aber wir sollten doch weitere Infos bekommen? Gehaltsabrechnung wegen Berechnung der Kosten zuschicken? Wir fragten nach – Und wurden vergessen. Trotz der schriftlichen Zusage waren unsere Unterlagen nicht auffindbar und es ist ein Wunder, dass wir letztendlich den Platz überhaupt noch bekommen haben.
Weitere Monate vergingen und zum Herbst hin bekamen wir einen süss bemalten Brief und der Info, dass wir zum Gespräch kommen sollten. Hier fing das Problem schon an, wir waren nämlich im Urlaub. Also – Termin verschieben. Als der Tag kam, standen wir pünktlich im Kindergarten, es war Sommerferien Zeit und Niemand war da. Wir warteten und irgendwann kam dann die Leitung. Was wir hier zu suchen hätten, es hätte keinen Termin gegeben und es sind Orientierungstage. Die Erzieherin ist krank, die Andere nicht da, wir sollten bitte einen anderen Termin machen. Na großartig!
Wenigstens der nächste Termin klappte und diesmal waren auch die Erzieher da. Wir saßen auf den winzigen Stühlen im leeren Gruppenraum, während eine Erzieherin sich die Maus schnappte und eine Runde spielte. Wir füllten in der Zeit Formulare aus, bekamen die Liste für den Kindergartenstart und wurden ein wenig überrumpelt mit der Eingewöhnung. In ein paar Tagen geht’s los!
Ich freute mich, war aber auch ein wenig geschockt. Nach soviel Ärger wurde es nun ernst und sie wird ein Kindergartenkind, Wahnsinn!
Wir besorgten die letzten Sachen und kurz bevor es dann starten sollte – Wurde die Eingewöhnung nochmal nach hinten geschoben.

Insgesamt 2 Monate nach offiziellem Kita Start hatte sie dann ihren ersten Tag – 1 Stunde. Wir gingen morgens in die Gruppe, sie bekam ihre Jacke ausgezogen und war auch schon verschwunden. Eigentlich war geplant, dass wir uns im Hintergrund halten, aber da sie uns keines Blickes würdigte, durften der Mann und ich rausgehen und saßen uns 1 1/2 Stunden den Hintern wund, bis wir sie wieder aus der Gruppe holen sollten. Sie zog ihre Jacke an und machte erstmal das Licht in der Gruppe aus – Sie geht ja schließlich heim.
Am nächsten Tag sollten es 2 Stunden sein, wir waren um 8 Uhr da und bis auf ein paar Kinder mit ihren Eltern fehlte von den Erziehern jede Spur – Im Gespräch hieß es noch, es wäre täglich zumindest Einer ab spätestens 7.45 da…. Als die Erzieher kamen, klappte es dann einwandfrei und ich verzog mich in’s „Elterncafe“ (Ein Tisch mit Kaffee mitten im Kiga, wo der Turnbereich der Kids war). Ihre Oma holte uns gegen 11 Uhr ab und sie bekam eine „Zuckertüte“ zum Kindergartenstart.
Den Tag darauf ging es für sie nach Hause, als Mittagszeit war, auch hier: Keine Probleme. Da alles wunderbar klappte, brachte am Freitag der Mann sie zur Gruppe – Er bekam nicht einmal ein Tschüss zu hören und schon spielte sie fröhlich drauflos. Die Eingewöhnung war zuende und ab da ging sie von 8 bis 14 Uhr in den Kindergarten.
Morgens beim aufstehen war sie maulig, freute sich dann aber, als wir los mussten und sie endlich in den Kindergarten durfte. Morgens brachte der Mann sie, es war perfekt, da er sie dort abgeben konnte und dann weiter zur Arbeit fuhr – So war zumindest der Plan. Die Realität sah allerdings anders aus. Man sollte die Kinder pünktlich um 8 Uhr abgeben, aber selten war ein Erzieher in der Gruppe. Man musste in der leeren Gruppe warten, mal 5, mal 10, mal 15, mal 20 Minuten. Oder es kam nach einer halben Stunde (Frühstens) jemand herein, verkündete, dass BEIDE (!) Erzieher krank sind und man die Kinder bitte wieder mit nach Hause nimmt. Da ich nicht berufstätig bin, durfte die Maus auch nicht in die Notbetreuung. Tag für Tag wurde es zum Glücksspiel, ob sie bleiben darf oder gehen muss, mal kam jemand zu spät, mal waren beide krank. Wenn man das enttäuschte Kind dann wieder nach Hause bringen musste, kam kein Wort darüber, wann die Erzieher wieder da sind. In einem Tag? 2? 3? Eine Woche?
Die Maus veränderte sich zunehmend. Aus dem fröhlichen Mädchen wurde mehr und mehr das stille Kind. Keine Freude morgens hinzugehen und große Freude, wenn es Mittags nach Hause ging.
Wir fuhren nach Berlin, für eine Woche. Schwups war es wieder da, das freche, süsse Mädchen, mit der großen Klappe und der ansteckend guten Laune. Nach der Urlaubswoche sollte es wieder in den Kindergarten gehen, aber es verschlechterte sich mehr und mehr. Sobald wir in eine Straße einbogen, wo es zur Kita geht, fing sie an zu weinen, zu schreien, weinte, dass sie bei uns bleiben möchte. Morgens klammerte sie sich an ihren Papa, Mittags rannte sie mich fast über den Haufen, um schnellstmöglichst nach Hause zu kommen. Täglich sah ich durch die Glasscheibe in der Gruppentür, dass sie allein am Tisch saß – Weder Erzieher, noch Kinder um sie herum. Ein trauriger Blick nach unten und das wartende Gesicht zur Tür. Immer wieder fragten wir sie, was los ist. Was sie im Kindergarten macht, ob sie glücklich ist – Bis heute bekamen wir keine Antwort. Nur bei einem Thema war sie sich sicher – Sie möchte nicht mehr in den Kindergarten. Die Erzieher hatten keine Zeit zum reden, waren weiterhin ständig krank und so fassten wir uns ans Herz und kündigten. Wir haben lange drüber nachgedacht, ob es vielleicht nur eine Phase ist, was Kinder nun mal manchmal haben, wenn sie keine Lust haben, es zuhause bequemer ist, ein Geschwisterchen unterwegs ist oder es grad einfach doof ist. Aber es war anders. Sie war nicht trotzig, sie war unglücklich. Ihr ganzes Wesen veränderte sich und es brach mir das Herz, sie so zu sehen. Als wir ihr sagten, dass sie nie mehr dort hin muss, strahlte sie über das ganze Gesicht, beim abholen ihrer Sachen konnte sie nicht schnell genug wieder zum Auto laufen.
Es war die richtige Entscheidung, auch wenn Andere das vielleicht anders sehen sollten.

Wir standen auf der Warteliste des eigentlichen Wunschkindergartens, wir riefen andere Kitas an, standen auf unzähligen Listen. Es kam nichts. Das nächste Kita Jahr startete und wir standen mit leeren Händen da. Alle Kindergärten sind voll. Oder Nein – Hier und da ist noch ein Platz, aber auch nur für 3 Stunden am Tag, dazu noch ewig weit weg und Preise ab 300 Euro. Das können und wollen wir uns nicht leisten.
Wir hörten Dinge, da klingeln mir die Ohren. Versuchen sie es hier und da und dort, entschuldigen sie, aber sie wohnen auf der falschen Straßenseite, sie müssen zum Vorstellungsgespräch bei den anderen Eltern kommen, U3 gar kein Problem, aber Ü3 ist die Warteliste bis zum nächsten Jahr komplett voll, wir nehmen nur Kinder aus der Nachbarschaft, sie sind in der falschen Gemeinde, wenden sie sich doch an XYZ.
Laut dem Amt sind ALLE Plätze in der ganzen Stadt belegt (Ernsthaft jetzt?), dank Rechtsanspruch würde uns zwar ein Platz zustehen, aber wenn der am anderen Ende der Stadt liegt und ich pro Tag ÜBER 4-5 Stunden unterwegs bin, nur für den Kitaweg, bringt das auch nicht wirklich viel. Tagesmütter? Voll und ein Kindergarten wäre uns schon irgendwie lieber.

So war der Stand, bis jetzt. Letztendlich haben wir 3 Kita-Monatsbeträge bezahlt, dafür, dass sie KEINEN Tag dort war, haben einen Rechtsanspruch, aber keinen Platz.
Ich habe keinen Führerschein, kann und möchte nicht 2 Stunden mit Bus und Bahn zur Kita fahren oder 300 Euro im Monat für wenige Stunden ausgeben.
Vielleicht gibt es Menschen, die über diesen Beitrag fluchen, die hohe Kitagebühr als völlig normal empfinden, vielleicht noch viel weiter zum Kindergarten brauchen oder unter keinen Umständen das Kind aus dem vorigen Kindergarten rausgenommen hätten. Das ist aber meine Meinung. Unsere Meinung.

Vor kurzem bekamen wir dann einen Anruf vom Amt für soziale Dienste. Sie steht auf der Liste der unversorgten Kinder und wir haben das große Glück, dass ein Kindergarten Platz frei geworden ist. Wir sollten uns aber beeilen, denn es gibt direkt schon andere Interessenten. Voller Freude riefen wir an, erkundigten uns und… Ließen es bleiben.
Aufnahmegebühr im 3-stelligen Bereich, monatliche Zahlung, die über 250 Euro betragen, zusätzlich noch regelmäßiges Lebensmittel und Getränke einkaufen für alle Kinder dort. Außerdem Gartenpflege, Kindergarten säubern und regelmäßig im Kindergarten anwesend sein, um zusammen mit den Erziehern die Kinder zu betreuen. Das möchte ich einfach nicht, nicht mit einem Baby zuhause und den sowieso schon hohen Kitakosten. Abgelehnt.
Nur wenige Tage später schickte der Mann mir ein Foto über WhatsApp, „Hier entsteht ein Kindergarten“. „Das wäre doch ideal!“, lachten wir und schenkten dem keine weitere Beachtung. Am nächsten Tag wurde ich dann doch neugierig, googelte, informierte mich und sah, dass dieser Kindergarten schon besteht. Ich fand ein Formular für die Anfrage auf einen Platz, füllte alles aus, sagte dem Mann Bescheid und im gleichen Atemzug bat ich ihn, dort anzurufen – Das geht schließlich schneller, als auf eine Mail zu warten.
Wir bekamen einen Termin, ein einziger Platz wäre noch frei.
Warten. Hoffen. Tausend Mal die Website durchlesen. Und dann kam der Tag.
Wir saßen im Büro und die Kindergarten Leitung erzählte uns, dass sie umziehen. Für einen Moment sah ich mich schon wieder rückwärts rausgehen, wer weiß, wo die Kita hinzieht – Bis sie sagte, dass sie lediglich das Stockwerk wechseln. Der freie Platz war pures Glück. Eine Stunde vor dem Telefonat wurde ein Platz wegen Umzug gekündigt, nach uns stehen schon 2 weitere Eltern auf der Warteliste. Die Krippenplätze – 52 wartende Eltern.
Wir schauten uns die Einrichtung an, hatten ein langes Gespräch und nach fast 1 1/2 Stunden wurden uns 26 Seiten ausgedruckt – Der Kindergarten Vertrag!
Gültig ab Mitte November, vor dem Start kommt sogar der Bezugserzieher zu uns nach Hause, zum Kennlerngespräch. Das Konzept klang gut, anders, als erwartet, aber gut. Die Maus verschwand bei der Besichtigung direkt in einem Raum und wurde richtig sauer, als wir wenig später nach ihr schauten.
Ein paar Wochen noch – Dann geht’s los. Auf ein Neues und dieses Mal hoffentlich als Happy End dieser Story.

4 Jahre pure Liebe

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Ich sitze auf dem Bett, habe ein weiß-schwarz gestreiftes Top an und eine schwarze Jogginghose. Obwohl ich Schmerzen habe, bin ich verzweifelt, denn ich finde keine passenden Schuhe. Was passt denn bitte auch zur Jogginghose, wenn man keine Sneakers oder ähnliches im Schrank hat? Ich rufe den Freund zu mir, der es grad wohl gar nicht fasst, dass das meine einzige Sorge ist. Ich greife zu den bequemsten Stiefeln im Schrank, laufe noch schnell ins Wohnzimmer, klappe den Bildschirm hoch und poste einen letzten Tweet.
Die Treppe nach unten zu laufen ist die Hölle, noch nie brauchte ich für diese 2 Etagen so lange. Unten angekommen, laufen wir über die Straße zum Auto, wo meine Mutter uns schon entgegen kommt. Im Auto kann ich noch lachen, verziehe nur das Gesicht, wenn wieder eine Wehe angerollt kommt, die ich irgendwie angeschnallt im sitzen durchhalten muss. Selbst, als ich merke, dass jede Wehe schmerzvoller wird, denke ich mir bis zuletzt, dass ich wieder nach Hause geschickt werde. So schlimm ist das doch bestimmt gar nicht!
Im Krankenhaus wird unter Wehen ein Ultraschall gemacht, das CTG zeigt deutliche Wehen und ich komme in den Kreissaal. Genau der, den ich bei der Kreissaal Besichtigung am schönsten fand… Auf der Seite liegend veratme ich die Wehen, die Fruchtblase platzt auf der Toilette und direkt darauf kommt auch schon der erlösende Satz: „Sie dürfen pressen!“
Am selben Abend, bevor wir ins Krankenhaus fuhren, war nicht eine Wehe auf dem CTG der Frauenärztin zu sehen, 2 Tage nach dem errechneten ET. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass es nur wenige Stunden später losgeht und ich eine Traumgeburt erleben darf.

Es ist der letzte Tag im September. 2.40 Uhr. 2 große, wunderschöne Augen schauen mich an, ein kleines Bündel Leben liegt auf meiner Brust, was grad mal 2600 Gramm wiegt. Ich halte diese winzig kleinen Fingerchen fest und ab jetzt bleibt die Zeit stehen. Hier ist sie, die wundervollste Tochter der Welt, ein kleines Menschlein, was uns zu einer Familie macht und uns „Mama“ und „Papa“ nennen wird. Willkommen im Leben kleines Mädchen.
(Den detaillierten Geburtsbericht findet man hier, via Passwort geschützt: Hallo Carrie Milana)

4 Jahre ist genau dieser Moment nun her. 4 Jahre, indem das 48cm und 2600g zarte Baby zu einem großen Mädchen heran gereift ist, schon einen Meter groß ist und wunderschöne lockige Haare hat. Sie ist wahnsinnig herzlich, sozial, liebevoll und hat es dennoch faustdick hinter den Ohren. Sie ist eine große Schwester geworden und liebt ihren Bruder über alles, kümmert sich toll um ihn und macht uns wahnsinnig stolz.
Von einem auf den anderen Moment hat sich das Leben um 360 Grad gedreht, ist jeden Tag anders und einfach wundervoll. Sie zeigt uns das Leben aus Kinderaugen, die kleinsten Dinge werden plötzlich wichtig und die Zeit rennt förmlich davon. Damals war selbst Grösse 56 meilenweit zu groß, heute kann man sich es kaum noch vorstellen.
4 Jahre neue Erfahrungen, 4 Jahre voller Liebe, Lachen und Glück.
Happy Birthday kleine Maus!