12.Februar

        

Es ist der 12.Februar 2024. Wie so oft in den letzten Tagen fuhren wir auch an diesem Morgen ins Krankenhaus. Auf dem Weg brachten wir J. zur Schule, im Kofferraum die gepackte Kliniktasche, die wir nun schon das dritte Mal dabei haben. Nur noch wenige Meter, bis wir auf das Gelände einbiegen und irgendwie fühlt es sich heute anders an. Meine Nerven sind zum zerreißen gespannt, aber irgendwie ist da in meinem Hinterkopf, dass ich heute nicht mehr nach Hause zurück fahre. Ob es so sein wird? Die Playlist im Auto spielt das Lied „Alice“ von Avril Lavigne, vom Alice im Wunderland Soundtrack und ich muss die Tränen zurück halten. Dieser Text passt grad so sehr… Wir schaffen das. Unsere kleine Alice ist stark und auch ich werde diese Zeit im Krankenhaus irgendwie überstehen, so schwer sie mir auch fallen wird. Wir biegen ab, der Mann lässt mich am Eingang raus und sucht einen Parkplatz. Es ist kalt und regnerisch. Gemeinsam laufen wir zum Kreißsaal, wie so oft in den letzten Tagen. Doch diesmal verlassen wir die Klinik nicht gemeinsam. Diesmal fällt der Startschuss für das Leben zu Fünft – Mein Gefühl, dass es heute anders ist, war richtig…

35 Wochen

        

Mittlerweile sind wir schon in der 35. Woche angekommen und so langsam kapituliert mein Körper. Ich bin unfassbar müde – Kein Wunder, wenn man nachts fast alle 2 Stunden aufsteht, weil man ins Bad muss. Dafür muss ich mich nun tagsüber immer wieder hinlegen, schlafen so lange wie man kann, bevor das Baby kommt, oder wie war das? Auch die Wehen werden immer mal wieder mehr und wenn man grad im Wartezimmer einer Arztpraxis sitzt, ist das nicht so optimal. Wenn dann eine Minute später der Blutdruck gemessen wird, noch mehr. Zack, 155/100. Ups. Bei 34+6 wird es langsam tatsächlich ernst. Über Stunden habe ich immer wieder Wehen, es tut immer mehr weh und auf einmal ist es so schmerzhaft, dass der Mann nur noch drauf wartet, dass wir ins Krankenhaus fahren. Und dann ist der ganze Spuk auf einmal wieder vorbei… Trotzdem begleiten mich in den nächsten Tagen immer wieder Unterleibsschmerzen. Bei 35+6 habe ich schmerztechnisch den, bis dato, Höhepunkt erreicht. Über 8 Stunden dauerhafte Bauch/Unterleibs/Rückenschmerzen. Jede Bewegung tut weh und zusätzlich überkommen mich die Schmerzen wellenartig. Über 8 Stunden keine Minute schmerzfrei. Bis eine absolute Monsterwehe kommt. Aber auch hier: Auf einmal ist alles wieder gut. Das Babygirl will es wohl spannend machen… Bei 36+2 steht ein weiterer Kontrolltermin bei der Frauenärztin an. Dort angekommen geht alles schief, was schief gehen kann… Eiweiß im Urin. Blutdruck bei 160/100. Beim CTG dauert es ewig, bis man den Herzschlag des Baby findet, auch wenn ich zum Glück deutlich spüre, wie es sich bewegt. Immer wieder schwanken die Werte zwischen 160 und 112, bis auf einmal alles piept und blinkt und der Herzschlag unter 100 fällt. Die Ärztin verweist uns direkt an das Krankenhaus – Dort angekommen, werde ich sofort ans CTG angeschlossen und es wird mehrfach Blutdruck gemessen. Der erste Wert ist nicht besonders gut, die Nächsten allerdings komplett in der Norm. Auch die Herztöne sind konstant und absolut ok. Es wird ein Ultraschall gemacht und das Babygirl wuselt super viel rum, drückt ihren Po gegen meinen Bauch und macht es der Ärztin schwer, alles zu messen. Aber auch hier: Alles wie es soll. Mir wird Blut abgenommen und am Abend können wir endlich wieder nach Hause, allerdings mit der dringenden Empfehlung, tägliche Termine mit der Frauenärztin auszumachen.

200 Tage schwanger

        

Ein weiterer Meilenstein: 200 Tage schwanger ❤️ Nur noch knapp über 11 Wochen, oder auch genau 80 Tage. So langsam haben wir für das Mäuschen alles zusammen und die Zeit rennt einfach nur noch. Beim letzten Frauenarzt Termin wurde das erste Mal ein CTG geschrieben (Diesmal aber noch ohne die Herztöne vom Baby), der Gebärmutterhals kontrolliert und das Baby liegt brav mit dem Köpfchen unten. Kurz vor Weihnachten schauen wir nochmals genauer und das 3. Trimester Screening steht an. Ich bin nun bei 29+4 angelangt und das Mäuschen misst knapp 39cm und hat 1.500g. Leider bekommen wir auch diesmal kein Erinnerungsbild, denn unser Baby hat sich zur Aufgabe gemacht, immer mit dem Köpfchen Richtung Rücken zu liegen. Aber es ist alles so, wie es sein soll und unserem kleinen Wunder geht es bestens. Auch ein CTG wird diesmal wieder geschrieben, nun auch mit den Herztönen des Babys. Und leichten Wehen…
Die 31. Woche beginnt und die Weihnachtsfeiertage stehen an. Pünktlich dazu sind wir alle krank und ab und zu wehe ich ein wenig vor mich hin. Es fängt an weh zu tun und auch einen Druck nach unten verspüre ich. Langsam Babygirl!
Wir feiern das neue Jahr und es ist so surreal, dass wir nun tatsächlich sagen können: „Dieses Jahr kriegen wir ein Baby!“ In der 33. Woche haben wir einen Termin im Krankenhaus zur Geburtsanmeldung und tatsächlich ist dies bei der 3. Schwangerschaft das erste Mal. Wir führen ein super angenehmes Gespräch mit einer Hebamme, besprechen Wünsche und nehmen die wichtigsten Daten schon mal auf. Kurz darauf startet die 34. Woche und so langsam fange ich an Babysachen zu waschen. Wie winzig das alles ist, merkt man ja auch erst, wenn man schon 2 große Kinder hat, die eher Kleidergröße 164 und 140 haben.
Bei 33+2 ist auch schon der nächste FA Termin – Jetzt im 2 Wochen Rhythmus und immer mit CTG. Das Mäuschen ist tiefenentspannt, mag sich gar nicht so recht wecken lassen und verschläft das CTG. Während ihre Geschwister jedes Mal Alarm gemacht haben, ist das kleine Babygirl ganz ruhig. Auch Ultraschall wird wieder gemacht und nun sind es schon ganze 2360g. Wo wir wohl am Ende stehen? C. kam damals mit 2600g zur Welt und das knackt das Babygirl wohl bald. Mittlerweile kann man ihr Gesicht im Ultraschall gar nicht mehr sehen, denn sie liegt super tief im Becken. Das erklärt auch, warum meine Symphysenschmerzen nun wahnsinnig schlimm sind und die Wehen sich verändert haben. Waren das wohl schon Senkwehen? Auch die Überweisung zur Geburt fürs Krankenhaus bekomme ich bei dem Termin mit den Worten: „Falls es schon losgeht.“ Langsam neigt sich die Schwangerschaft dem Ende zu. Körperlich geht es nun tatsächlich auch langsam bergab. Der Mann nennt mich liebevoll Entchen Momo, denn laufen ist bei mir auch nur noch watscheln. Aus dem Bett aufstehen grenzt an einer Sportstunde und ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich liegen, sitzen oder laufen soll. Dabei sind es noch 6 Wochen bis zum ET…