Halbzeit

        

Kurz vor der 17. Woche ziehen hier die ersten 2 Babysachen ein. Ein kuscheliger Anzug und ein Halloween Overall. Endlich wieder in der Babyabteilung stöbern, die man vorher jahrelang nur sehnsüchtig aus der Ferne angesehen hat. Ein kleiner Lichtblick, denn die Nächte sind schlaflos und ich bin am Ende. Schwangerschaftsschnupfen. Ich kriege einfach keine Luft, muss nur noch durch den Mund atmen, kann nicht schlafen, nichts hilft. Ich bete einfach nur, dass Ich dies nun nicht bis zur Geburt ertragen muss – Aber Gott sei Dank ist der Spuk nach ein paar Wochen besser.
Mittlerweile stellt sich so langsam auch eine kleine Beule am Bauch ein und man sieht, dass dort unser Baby wächst. Kurz vor der Halbzeit wird es auch in der Wohnung Babymäßig, der Mann holt die Wickelkommode vom Dachboden, auf der damals schon C. lag.
So langsam fängt es an zu blubbern im Bauch. Ein Gefühl, als würden Schmetterlinge fliegen und es ist so schön, das kleine Baby spüren zu können.
Mittlerweile ist es 18+2 und endlich dürfen wir das Kleine wiedersehen. Der zweite große Ultraschall steht an und unser Baby verhält sich, wie wir es kennen, sehr gemütlich. Es schläft, verschränkt die Beinchen und die Ärztin hat Mühe, alles messen zu können. Kurzerhand bekommen wir eine Überweisung zur Feindiagnostik, um sicherzustellen, dass wirklich alles ok ist.
Ich habe wahnsinnige Schwierigkeiten mit der Symphyse und auch die Übelkeit mag nicht weg gehen. Ohne Tabletten geht einfach nichts und das Bad ist mein bester Freund. Dafür kaufen wir das Beistellbett und fortan steht es im Schlafzimmer – Bald wird dort tatsächlich ein kleines Baby schlummern… Und dann ist auch schon Halbzeit. 50% der Schwangerschaft ist einfach schon geschafft und es ist nach wie vor unglaublich.

Finally: Mutterpass

        

Nach langen 4 Wochen habe ich endlich den nächsten Frauenarzt Termin. 10+3 und tatsächlich fängt nun die Übelkeit an. Aber sowas von! Morgens, mittags, abends und dazwischen. Ohne Vomex komme ich nicht mehr über den Tag und bin wahnsinnig froh, als die Ärztin mir andere Tabletten verschreibt. Wir sehen unser Baby wieder und alles ist perfekt, wie es sein soll. Ein kleines Wunder… Diesmal bekomme ich meinen Mutterpass und es ist so ein schönes Gefühl, dieses Heftchen nun immer bei mir zu tragen.
Da ich vor der Schwangerschaft Tabletten genommen habe, die ein Risiko darstellen (Abgesetzt hatte ich sie sofort nach dem positiven Test), vereinbaren wir auf eigenen Wunsch einen Termin zum Nackenfaltenultraschall bei der Feindiagnostik. Bei 12+6 betrachten wir ein perfektes kleines Baby, was es der Ärztin so gar nicht leicht macht. Da wird geschüttelt und gedrückt, aber das Kleine schläft seelenruhig und lässt sich nicht beirren. Letztendlich kann man zwar alles messen und sehen, aber der Blick zwischen die Beine bleibt uns verwehrt, weil es permanent die Beine angezogen hat. Zumindest haben wir nun Gewissheit, dass unser Baby höchstwahrscheinlich gesund ist und alles ist unauffällig. Gott sei Dank.
Dafür werden die Wehwehchen immer schlimmer. Luftnot stellt sich ein und die Übelkeit wurde zwar kurz besser, kommt aber zur 13. Woche extrem zurück. Hallo mehrmaliges Erbrechen am Tag…
Bei 14+2 steht der nächste Kontrolltermin an – Ob wir diesmal das Geschlecht sehen? Offiziell darf es uns nun gesagt werden und bei J. haben wir es nur knapp eine Woche weiter erfahren… Aber auch diesmal: Nichts. Es liegt in so einer interessanten Position, dass es die Beine nach hinten wegknickt. Stattdessen wird uns fröhlich zugewunken. Aber wir bekommen eine Tendenz und der Mann ist sich schon seiner Sache sicher. Er tippt auf Mädchen und die Ärztin vermutet es. Zurück zuhause werden wir schon an der Haustür empfangen und bombardiert mit der Frage: „Und, wisst ihr es?!“ Wir zeigen den Kindern die Ultraschallbilder und sagen, was vermutet wird. Da ist die Freude riesig und die Hoffnung groß. Aber noch ist es 50:50. Bei der Position kann es auch das andere Geschlecht sein…

Ein kleines Geschwisterchen

        

Dass wir noch ein drittes Kind bekommen, ist ja nun schon einige Zeit bekannt – Den Kindern haben wir es tatsächlich schon sehr früh gesagt, nämlich nur wenige Tage nach dem ersten Frauenarzt Termin und somit knapp in der 8. Woche. Eigentlich wollten wir noch etwas länger warten, aber wie das so ist mit Geheimnissen, man kann sie schwer für sich behalten.
Beide wussten schon sehr lang, dass wir uns noch ein Baby wünschen, also waren sie quasi vorgewarnt. J. schwankte vorher immer zwischen „Bloß kein Geschwisterchen, ich möchte gern der Kleine bleiben“ und „Ja, doch, ist ok.“ Es war ein Hin- und Her bei ihm, selbst Tränen flossen manchmal, wenn das Baby Thema aufkam, so sehr, dass ich wirklich Angst hatte, was nun passieren wird.
Eines Abends machten wir dann einen Film Abend auf dem Sofa aus, aber vorher hatten wir noch was zu besprechen. Wir haben uns also mit den Beiden zusammen hingesetzt und ihnen das erste Ultraschallbild und J. eine Holzplatte mit „Ich werde großer Bruder“ überreicht. C. grinste und hätte es am liebsten sofort via WhatsApp verbreitet, J. rief: „Du hast schon ein Baby im Bauch?!“ und wollte direkt erstmal mit meinem Bauch kuscheln. Puh! Das hatte ich so nicht erwartet. C. hatte ein wenig Bammel, dass das kleine Geschwisterchen nerven konnte (kleine Brüder können nämlich manchmal auch anstrengend sein, wenn man grad voll in die Pubertät rutscht), aber die Angst konnten wir ihr schnell nehmen. Beide freuten sich einfach von Herzen auf das kleine Geschwisterchen und waren sich sofort einig: „Kann es bitte ein Mädchen werden?“
Tja, we will see…
Mittlerweile sind die Beiden schon völlig hibbelig, wenn ich von Arztterminen zurück komme, wollen direkt die Ultraschallbilder sehen und wünschen sich sehnsüchtig, endlich zu wissen, was das kleine Geschwisterchen denn nun wird.