Geburtsbericht – Hallo Carrie Milana

        


29.September 2011. 2 Tage über ET. Der Wunsch nach einem September Baby. Ein Termin beim Frauenarzt.
Wiedermal steht ein CTG an, knapp eine Stunde dauert es heute, weil die kleine Maus schläft und das CTG somit kaum Ergebnisse liefert, Wehen waren wieder mal gar keine zu sehen. Das Gespräch mit der Frauenärztin dagegen läuft schon besser. Ich klage über Schmerzen, die mich kaum noch schlafen lassen, das Gefühl, nicht mehr zu können und wir einigen uns darauf, dass ich in die Klinik fahre, sollten die Schmerzen nachts schlimmer werden. Ansonsten solle ich am nächsten Tag im Krankenhaus anrufen, einen Termin vereinbaren, um dort darüber zu sprechen, wie es weitergehen soll, ob eine Einleitung schon bald in Frage kommen könnte. Erleichterung macht sich breit, Erleichterung bald von den Schmerzen befreit zu sein, das Baby endlich in den Armen zu halten..
Wir fahren nach Hause, schauen uns den „Bundevision Songcontest“ von Stefan Raab an, essen etwas. Währenddessen merke ich immer und immer wieder, wie die Schmerzen mehr werden, wie ich versuche, sie wegzuatmen, das Essen zur Qual wird. „Nein, das sind keine Wehen, guck, mein Bauch ist ganz weich!“ Mein Freund tastet: „Spinnst du? Der ist steinhart!“, und lässt Badewasser einlaufen. Wir baden mit Lush „Think Pink“, die Schmerzen bleiben gleich. Bis… Ein Gefühl, als würde mein ganzer Bauch zerspringen, ich schreie vor Schmerzen fast auf, somit wäre das baden erledigt. Von da an werden die Schmerzen immer mehr, ich zittere und sitze nur mit einem Handtuch bekleidet am Badewannenrand, unfähig, mich anzuziehen, so sehr tut es weh. Irgendwann schaffe ich es doch, immer wieder fragt mein Freund mich, ob wir ins Krankenhaus wollen, aber ich will nicht. Ich lege mich aufs Sofa und innerhalb von Sekunden entscheide ich mich um, gehe ins Schlafzimmer, versuche mir andere Sachen anzuziehen, immer wieder hindern mich die Schmerzen daran, die mittlerweile alle 2 Minuten kommen. „Schatz, ich weiß nicht, was ich anziehen soll!“ Er sagt, das wäre doch völlig egal, aber meine einzige Sorge in dem Moment ist, dass meine Schuhe nicht zur Hose passen.
Ein letztes Posting auf Twitter, „SCHMERZEN! Und zwar so krass, dass wir jetzt ins Krankenhaus fahren. x__X“. Er ruft meine Mutter an, sagt ihr, dass wir nun ins Krankenhaus fahren, wir würden sie gleich abholen. Doch bis wir unten sind und durch die Haustür laufen, ist sie schon da, zusammen steigen wir ins Auto und fahren Richtung Klinik. Auf dem Weg dorthin lachen wir noch miteinander, trotz ständig wiederkehrenden Wehen.
Wir laufen zum Kreissaal, die Hebamme erkennt sofort, dass ich Wehen habe, bringt uns in einen Raum, macht mich ans CTG. Langsam aber sicher steigt die Wehentätigkeit auf dem CTG immer mehr, ich drücke das Kissen, auf dem ich liege, zusammen, zittere, versuche, ruhig zu bleiben. Währenddessen ist auch mein Vater angekommen, der unbedingt hinterher wollte, der wohl nervöser ist, als mein Freund selbst. Immer wieder sage ich, dass sie mich garantiert wieder nach Hause schicken werden, glaube nicht daran, dass die Wehen stark genug sind, auch wenn sie mittlerweile gut über 100 stehen auf dem CTG.
Die erste Untersuchung steht an, der Muttermund ist bereits 5cm auf, die Hälfte ist also schon geschafft. Anscheinend komme ich doch nicht mehr nach Hause..
Einen Augenblick bleibe ich noch am CTG bis es in den nächsten Raum weitergeht, ab zum Ultraschall, der immer wieder unterbrochen werden muss, dank meiner Wehen. Jedesmal drehe ich mich zur Seite, kann sie so am besten aushalten.
Von dort aus geht es direkt in den Kreissaal, ich werde wieder ans CTG angeschlossen, bekomme einen Tropf, damit ich genügend Flüssigkeit habe. Die Hebamme redet mir zu, versucht mich zu überreden, aufzustehen, verschiedene Dinge auszuprobieren, um die Wehen besser auszuhalten, aber ich will nicht. Ich weiß, dass ich sie im seitlichen Liegen am besten ertrage.. Sie fragt, ob ich einen Geburtsvorbereitungskurs gemacht hätte, weil ich die Wehen so gut wegatme, aber ich verneine. Im Hinterkopf ein Grinsen, hab ich mich doch damals mit der Frauenärztin angelegt, weil ich keinen machen wollte.
Ich quatsche vor mich hin, dass ich zur Toilette möchte, seit dem CTG Raum schon und endlich darf ich. Meine Mutter begleitet mich und im Bad werde ich von der nächsten Wehe überrollt, muss aufstehen, meine Mutter stützt mich. Immer wieder sage ich, dass ich den Drang habe, zu pressen, es kaum noch zurück halten kann. Ich blute, die Fruchtblase ist geplatzt.
Zurück im Bett wird der Hebamme Bescheid gesagt, ich werde untersucht und endlich kommt der erlösende Satz; der Muttermund ist 10cm auf und ich darf endlich pressen.
Die nächste Wehe kommt, diesmal endlich mit erlösendem pressen. Und wieder. Und wieder.. Die Hebamme spürt den Kopf, kann die Haare sehen, doch der Kopf rutscht immer wieder zurück. Sie wischt ihn mit Kaffee ab, die Wehen kommen und gehen. Meine Mutter hält mein Bein fest, ich drücke die Hand meines Freundes, habe Schmerzen, will es hinter mir haben. Mittlerweile soll ich auch ohne Wehen pressen, wobei ich das Gefühl habe, mein Körper zerspringt jede Sekunde. Und dann ist es endlich geschafft, der Kopf ist draußen, noch einmal pressen und es ist geschafft.
Sie ist da. Nach 4 Stunden Wehen erblickt sie das Licht der Welt. Carrie Milana ist geboren. 2.40 Uhr ist es mittlerweile, der letzte Tag im September.
Die U1 wird gemacht, es dauert einen Moment, bis sie ihren ersten Ton macht, wird in Decken eingemurmelt und mir auf den Arm gegeben. Sie ist da. Nach über 10 Monaten bin ich endlich Mama der wunderschönsten Tochter der Welt, wir Eltern dieses kleinen Wesens. Mir kommen die Tränen, wir werden allein gelassen im Kreissaal, nun sind es nur noch wir 3, wir, die ab jetzt eine Familie sind.

Heute vor einem Jahr

        

(Unbezahlte Werbung, da Markennennung und Ortsnennung)

Heute vor einem Jahr.
Das Starbucks Seminar „Kaffee und die Liebe“, mit Blaubeermuffins und in der überfüllten Waterfront, weil Piratini Markt war (Kinderflohmarkt). Mit Schatz Kaffee trinken, mit dem Blackberry Fotos machen und kurz vor Schluss vom Schwager abgeholt werden. Mit der Straßenbahn Richtung Stadt fahren und in eisiger Kälte mit vielen Menschen zu Fuß zum Weserstadion laufen. Als V.I.P.’s in den extra Eingang und vor dem Fußballspiel noch vom Buffet kosten. In den VIP Rängen das Spiel verfolgen, Rauchbomben aus der gegenüberliegenden Seite sehen, Tor für Hannover 96, Halbzeit. In der zweiten Halbzeit dann das Gegentor von Werder Bremen und das Spiel geht unentschieden aus.
Danach noch kurze Zeit zurück ins VIP Zelt und Muffins und andere Leckereien essen, dem Schwager eine unglaubliche Neuigkeit erzählen, weil man es einfach nicht mehr für sich behalten kann. Freude, Fragen, Glückwünsche.
Wieder zurück in die Kälte, mit der Straßenbahn zum Depot und von dort aus von meinem Vater abgeholt werden. Zuhause vom Tag erzählen und mit dem Freund ins warme Bett kuscheln und einschlafen…
Das war vor einem Jahr, an einem Sonntag. Aber auch noch etwas ist dort passiert. Vor all dem…
Morgens. Zu wenig Schlaf, zuviele Gedanken. Noch einmal die Bedienungsanleitung studieren, auch wenn man sie schon auswendig kennt. Ins Bad verschwinden und minutenlang auf diesen kleinen Streifen schauen, der sich schon nach Sekunden langsam rosa färbt. Er ist zu sehen, schwach, aber dennoch deutlich. Die Gedanken fahren Achterbahn, die Kehle schnürt sich zusammen, in den Augen sammeln sich Tränen. Lachen oder weinen, lachen oder weinen? Durchatmen. Runter kommen. Beruhigen. Den Test nehmen und wieder zurück ins Zimmer. Der Freund sitzt am PC, er sieht mich und schaut mich fragend an; „Und?“, wortlos lege ich ihm den Test auf den Schreibtisch, er schaut – Und grinst. Ich sitze auf dem Bett, er kommt zu mir und nimmt mich in den Arm, küsst mich.
Damit wäre es klar. Ich bin schwanger. Wir bekommen ein Baby und werden noch im selben Jahr Eltern werden..

Und heute sind wir es. Eltern, vom wundervollsten Baby der Welt, Eltern einer kleinen Tochter und unbeschreiblich glücklich. Vor einem Jahr noch mit Gedanken und Gefühlen gekämpft – Heute einfach nur froh, stolz und glücklich.
Sonntag, der 13.Februar 2011, ein Tag vor Valentinstag. Diesen Tag werde ich definitiv nie vergessen..


(Das zweite Ultraschallfoto in der 12.SSW / Eins der ersten Fotos, ein Tag nach der Geburt / Das aktuellste Foto, beim ersten Gläschen Karotte)

Wenn aus Liebe Leben wird – Hallo Carrie Milana

        

Als wäre es gestern gewesen, dass ich an dieser Stelle geschrieben habe, dass ich schwanger bin. Ich tausende Glückwünsche bekommen habe, Zweifel und Sorgen hatte, wir erfahren haben, dass es ein Mädchen wird, man die ersten Tritte spürte, das erste Ultraschallbild in den Händen hielt..
Und nun kann ich an dieser Stelle schreiben, dass das größte Wunder dieser Welt, unser grösstes Glück endlich da ist!
Auf Twitter und Facebook (Die ja regelrecht explodiert sind) haben es die Meisten von euch ja schon mitbekommen, aber hier nun nochmal ganz offiziell:
Am 30.September 2011 um 2.40 Uhr kam sie zur Welt, Carrie Milana. 2600 Gramm leicht und 48cm groß. Eine kleine Zarte, wie schon erwartet, die eine absolute Kuschelmaus ist und relativ pflegeleicht.
3 Tage Krankenhaus und wir waren alle froh, als es endlich nach Hause ging.. Seitdem wird das Familienleben in vollen Zügen genoßen, 2 1/2 Wochen Urlaub von Schatz und ganz viel Zeit zu Dritt.
Jedes quitschen von ihr lässt das Herz springen, jedes weinen tut weh, jeder Schluckauf bringt einem zum lachen und jedes Grinsen vor Stolz platzen.
Wir sind so unglaublich verliebt in sie.

(Oben: Das erste Bild vom Fotoshooting im Krankenhaus / Bei Papa auf dem Arm / Unten: Knapp 8 Stunden nach der Geburt / 6 Tage alt)

Familienfotos gibt es übrigens auch schon – Auf den Bildern ist sie grad 6 Tage alt und war völlig fasziniert von der großen Kamera.
Irgendwie ist es noch so unwahr, dass sie nun schon fast 2 Wochen alt ist… 2 Wochen mit diesem wundervollen kleinen Wesen. 2 Wochen als Mama und Papa, 2 Wochen schon zu Dritt.