Unter 100 Tage

        

Schwangerschaftsdemenz. So lang von verschont geblieben, aber so langsam setzt sie tatsächlich ein. Der Mann rollt schon mit den Augen und teilweise wird es lustig. Da wird der Reis weggeworfen, statt die Verpackung, Termine einen Monat zu früh in den Kalender eingetragen… Währenddessen werden die Tritte vom Babygirl immer kräftiger. Vorzugsweise nachts. Meine Nächte werden kurz, aber gleichzeitig ist es auch so schön, dieses kleine Wesen im Bauch strampeln zu fühlen. J. fühlt nun auch die ersten Bewegungen und auch auf Video kann ich die kleinen Stupser festhalten. Und auf einmal fängt der Countdown an zu laufen. Uhu! Unter 100 Tage bis zum ET.
Langsam aber sicher besorgen wir immer mehr für das Baby – Der Maxicosi zieht ein, ein Hochstuhl mit Babyaufsatz für den Anfang und hier und da wandern immer wieder kleine süße Anziehsachen in den Warenkorb. Die Übelkeit hört einfach nicht auf und wird von Woche zu Woche schlimmer – Genauso, wie die Übungswehen. Tatsächlich sind sie leicht schmerzhaft und sind immer verbunden mit Atemnot. Tolle Mischung… Die Schwangerschaftshormone tun da ihr Übriges. Ich bin super sensibel und bei jeder Kleinigkeit kullern die Tränen. Sei es bei Filmen, schönen Momenten oder irgendwelchen Storys. Die Mutterbänder schmerzen und die Symphyse wird immer schlimmer. Sobald ich mich einen Tag mehr bewege, bin ich am nächsten Tag ausgeknockt vor Schmerzen. Schlafen gestaltet sich schwierig und es ist ein fröhliches hin- und her drehen, um irgendwie bequem zu liegen. Herrje, wie soll das denn in ein paar Wochen werden?
In der 27. Woche steht das erste CTG an – Allerdings noch ohne die Herztöne vom Baby. Es sind minimale Ausschläge zu sehen, die aber nicht Muttermundwirksam sind. Der Gebärmutterhals liegt bei 3,5 und ist völlig ok. Auch der Zuckertest wird nun gemacht. Ein großes Glas Glucose, unfassbar süß und nicht besonders angenehm. Was in der Praxis noch soweit ok war, haut mich Stunden später dann völlig um. Mein Kreislauf ist völlig hinüber und unglücklicherweise sind wir grad mitten in einem Shoppingcenter. Ich muss mich nach draußen retten und bin kurz davor, mich zu übergeben. Der nächste Tag wird zum Glück wieder erfreulicher, denn unser jährliches Familienshooting steht an. Das letzte Mal zu Viert. Wir machen viele Familienbilder und auch die Schwangerschaft wird festhalten. Als wir die Bilder sichten, fällt mir erst wieder auf, wie groß die Babykugel mittlerweile ist. Wo kommt das denn her? Ich seh ja tatsächlich ganz schön schwanger aus…

Der Name

        

Nur wenige Tage nach der Feindiagnostik habe ich wieder einen Termin bei meiner FA. Und siehe da – Kaum ist das Geheimnis gelüftet, zeigt sich das Mäuschen. Ein Profilbild gibt es zwar nicht, aber wir sehen ein kleines Füßchen.
Da wir nun endlich wissen, was es wird, holen wir die alte Babykleidung vom Dachboden und sortieren. So winzige Sachen! Auch einen Tagestrip in die Niederlande machen wir und kaufen einiges an Babysachen. C. und J. suchen super niedliche Kleidung für ihre kleine Schwester aus, ein Nestchen zieht ein und ein bisschen Kleinkram.
Bei 23+5 passiert es dann. Die minimalste Anstrengung löst schmerzhafte Wehen aus, diese wiederum Erbrechen. Das hatten wir doch bei J. schon, allerdings erst am Ende der Schwangerschaft und dies führte dann zur Einleitung. Also ist schonen angesagt.
Welchen Namen unser Babygirl bekommt, war schon lange vor der Schwangerschaft klar. Aber wie sieht es aus mit dem Zweitnamen? Da C. und J. beide einen zweiten Namen mit M haben, wollten wir für das Mäuschen ebenfalls einen. Wir hatten einige Namen in der Auswahl, aber nichts war irgendwie stimmig. Bis ich dem Mann meinen Favoriten, leicht verändert, mitteilte. Und dann war es klar – 24+0, wir haben den vollständigen Namen fürs Babygirl.

Ein Mädchen

        

Kurz nach der Halbzeit explodiert mein Bauch. Wo kommt denn diese Kugel auf einmal her? Nun kann auch der Papa ein paar Tritte von außen spüren und das Baby hat schon feste Zeiten – Morgens ab ca. 6.30 und abends gegen 20 Uhr wird gestrampelt und es ist einfach so niedlich. Wir buchen das Newborn Shooting und endlich ist es soweit – 22+2, der Termin bei der Feindiagnostik steht an. Es ist dieselbe Ärztin wie auch schon beim Nackenfaltenultraschall und als sie hört, dass sich unser Baby noch nicht gezeigt hat, möchte sie direkt danach gucken. Und typisch unser Baby – Es will sich prompt hinter dem Bauchnabel verstecken. Aber die Ärztin ist hartnäckig und so sieht sie diesmal tatsächlich das Geschlecht. Ganz eindeutig und damit wird die Vermutung bestätigt: Wir bekommen ein kleines Mädchen! Ich muss ein paar Tränen wegblinzeln und wir haben einen langen Ultraschall, sehen detailliert das Herz und alles ist in bester Ordnung.
Nach dem Termin bin ich emotional völlig aufgewühlt. Es wird einfach so viel realer, wenn man weiß, was dort im Bauch wächst und man das kleine Mäuschen beim Namen nennen kann. Wir kaufen prompt winzige rosa Babyschuhe und teilen es den wichtigsten Menschen mit. Und diese wissen mit dem Geschlecht auch sofort, wie es heissen wird, ohne dass wir es zuvor sagten. Unser Babygirl hat einen Namen…
Passend dazu kann man die ersten Tritte nun auch am Bauch sehen, hier ein kleiner Stups und dort…