Food – Quark Time

        

Ich bin ein Mensch, der sich nur schwer entscheiden kann. Vor allem, wenn es um’s Essen geht.
Sosse oder Dip? Dieses oder jenes Gemüse? Spaghetti oder Penne? Pizza oder Pasta?
Deswegen passiert es, dass man beim Lieblings-Pasta und Pizza Macher einfach beides holt. Penne Cabonara und Prosciutto e Funghi Pizza. Die teilt man dann mit Mann und Kind (Die liebt die Nudeln nämlich und mampft locker ne halbe Portion weg) und dann geht das.
So kam, was kommen musste. Heisshunger auf Quark und die große Frage, was soll rein?
Ich wollte ja ganz einfach Bananen nehmen und ein bißchen Müsli. Ihr wisst jetzt wahrscheinlich, dass DAS bei mir dann so nicht klappt.
Also: Quark mit Banane, Erdbeere, Müsli. Et Voilá…


Der Mann sagte beim Zutaten kaufen noch „Hhm, ja, wenn du das machst, mach mir ‚ne Schüssel mit Bananen. Ohne Quark.“ Jetzt sagt er: „Oh, wann machst du denn wieder Quark? Der war ja so lecker.“ Reicht um zu sagen, dass es schmeckt, oder?

Das Rezept ist ganz simpel. Einfach 40 und 20 Prozentigen Quark, ‚n Schuss Zitronensaft, etwas Milch und Puderzucker. Alles vermischen, fertig. So, so, so lecker!
Hier warten noch 6 Pakete (So schlimm ‚isses nicht, 3 Mal 40 und 3 Mal 20 prozentiger Quark halt) auf ihren Einsatz und sie werden vernichtet, da seid euch sicher.
Es ist einfach so viel leckerer, als der gekaufte Fruchtmist, weil man die Süsse weniger bestimmen kann und so wenigstens weiß, was drin ist.
Der nächste Quark war übrigens wieder mit Bananen – Vom Mann gewünscht. Und Clementinen. Obendrauf ein bißchen Kakaopulver. So lecker!

Der Tag des Grauens und der Liebe – Valentinstag

        

Heute ist wieder so ein Tag, der schon Wochen vorher heiss diskutiert wird. „Ich brauche keinen Tag, um meinen Mann meine Liebe zu zeigen! Scheiss Konsum, alles Geldschneiderei! Der Tag ist doch eh nur für Blumenhändler wichtig! Ich muss nicht zwingend an diesem Tag Zeit mit meinem Mann verbringen und irgendwas tolles machen! Ich geh Pärchen im Park vergiften!“
Hallo Valentinstag.
Ich mag diesen Tag. Und das auch, als ich noch Single war. Das Mädchenherz in mir schreit auf und Frau Kitsch freut sich. Überall ist es Rosa und Rot dekoriert, Herzchen hier und da und soviel unnötiges Kitschzeug gibt es zu kaufen, worauf ich sofort anspringe.
Man muss diesen Tag nur erwähnen und sofort wird sich drauf gestürzt. Scheiss Konsum heisst es da von den Leuten, die an Weihnachten dann die größten und teuersten Geschenke kaufen.
Was ist denn schlimm daran, wenn man seinen Partner an diesem Tag mit einer Rose überrascht oder Pralinen und Schokolade verschenkt? Ist es verboten, an Valentinstag Zeit miteinander zu verbringen, wenn dies vielleicht an anderen Tagen zu kurz kommt?
Der Alltag ist da und man hat zu tun. Man nimmt sich vielleicht etwas vor und am Ende scheitert es daran, dass etwas anderes dazwischen gekommen ist. Dann nimmt man sich vielleicht grad so einen Tag als Datum, weil man daran erinnert wird und weil dieser Tag vielleicht doch etwas besonderer ist, als Andere.
Klar, für manche Singles ist es vielleicht nicht so schön, wenn man an jeder Ecke mit der Liebe konfrontiert wird und sich verliebte Pärchen häufen.
Aber wusstet ihr, dass Valentinstag in manchen Ländern als Tag der Freundschaft gilt?
Warum nicht einfach mal der besten Freundin was leckeres backen, einen Tag mit der Familie verbringen, geliebten Menschen zeigen, dass sie einem wichtig sind?
Oder ihr kauft euch selber Schokolade, schmeisst eine Liebesschnulze in den DVD Player, tragt eine Maske auf und kümmert euch mal wieder um euch selbst.
Außerdem hat dieser Tag doch auch nur 24 Stunden, so wie jeder andere. Lasst den Leuten den Spaß, macht den Tag so, wie es euch gefällt, oder ignoriert ihn komplett.
Und danach kann man sich ja immer noch über Mutter- und Vatertag aufregen und Ostern ist ja auch noch.

Wir waren heute übrigens im Kino. Das letzte Mal waren wir dort, als wir noch nicht einmal von der Schwangerschaft wussten. Und wie das so war… Man nimmt es sich immer vor und geht dann doch nicht, weil man sich am Ende doch anders verplant. Da passt der Valentinstag doch ganz gut, ein bißchen Zeit zu Zweit und nur als Pärchen unterwegs.
Perfekt, um Händchen haltend im dunklen Kinosaal zu sitzen und zu schmusen. Ich olle Kitschfrau.
Tränchen in den Augen, Kopf an Kopf und im Arm des Mannes da sitzen und ein riesen großes „Hach“ Gefühl. Perfekt.
Der Mann bekam heute einen Cafe Gutschein, praktisch und irgendwie verbindet es uns ja schon, wo wir unser erstes Date dort hatten. Dazu ganz typisch ein paar Süssigkeiten in niedlicher Verpackung.
Und jetzt verbringen wir den restlichen Abend zusammen und kuscheln. Dazu brauchen wir aber keinen Valentinstag, das machen wir nämlich täglich.

Ich hoffe auf jeden Fall, dass ihr alle heute einen schönen Tag hattet, egal, ob als Valentinstagsfan oder nicht. Happy Valentine! Wie habt ihr den heutigen Tag denn verbracht?

Glück im Winterwonderland

        

Früher habe ich Schnee gehasst. Als ich noch zur Schule ging, gab es Schneeballschlachten und man bekam schon auf dem Weg zum Klassenraum Schneebälle ab, ob man wollte, oder nicht. Alle freuten sich und hatten Spaß und ich bekam schon schlechte Laune, als ich das Weiße da draußen nur sah.
Das änderte sich auch nicht. Es wurde zwar besser, als die Schulzeit vorbei war, aber ich verfluchte dieses Zeug immer noch, so setzt sich das gestreute Salz an den Schuhen fest und macht hässliche Flecken, auf den Straßen sieht man nur noch dunklen Matsch, man musste aufpassen, wie man läuft, bevor man ausrutscht, alles ist nass, kalt und bäh.
Wenn man zuhause im warmen sitzt, in seiner Kuscheldecke auf dem Sofa und aus dem Fenster guckt, ist es schön. Alles glitzert und strahlt nur so, durch das Weiße überall, es sieht ruhig und gemütlich aus. Aber das war’s auch schon.
Busse und Straßenbahnen fallen aus oder verspäten sich, von der deutschen Bahn gar nicht erst zu sprechen. Es gibt Verkehrsunfälle und Treffen müssen abgesagt werden, weil die Verkehrssituation es einfach nicht zu lässt.
Wenn auf Twitter und Facebook die ersten „Schnee!“ Meldungen kamen, war ich schon dem kotzen nah und wehe, ich musste dann auch noch selber raus in diesen Mist.
Und dann? Dann kam alles anders.
Es schneit. Puderzucker fällt vom Himmel und langsam aber sicher ist der Schnee auf dem Boden so hoch, dass man kaum noch seinen eigenen Fuß sieht, wenn man drauf tritt. Während diesmal andere Leute fluchen, Schnee schippen und das Verkehrschaos vorprogrammiert ist, sitze ich auf dem Sofa, schaue nach draußen und freue mich.
Ich poste Schneebilder auf Instagram, tapse durch den Schnee und es interessiert mich einfach nicht, dass meine Füße kalt sind und mein schwarzer Stiefel nur noch Weiss ist. Und das alles nur, weil ich nicht allein bin.
An meiner rechten Hand umklammern mich 5 kleine Finger, dick eingepackt in Handschuhen.
Lila Winterstiefelchen, die sich das erste Mal nicht sofort ausgezogen wurden und ein pink karierter Schneeanzug, der sie unglaublich groß wirken lässt.
Neben mir läuft meine Tochter, stolze 16 Monate alt und lacht. Quitscht und hat riesigen Spaß.
Das erste Mal, dass es schneit und ich glücklich bin. Glücklich, weil dieses nasse Pulverzeug mein Kind unendlich viel Spaß bereitet, sie läuft, lacht und völlig fasziniert vom Schnee ist.
Der erste Schnee, den sie richtig wahrnimmt, den sie nicht sieht, während sie im Kinderwagen liegt und noch Grösse 56 trägt, sondern fühlen kann. Den sie in die Hand nehmen, mit den Füßen schubsen und sich einfach reinschmeissen kann. Den sie probiert und merkt, dass er gar nicht so lecker und ganz schön kalt ist. Der Schnee, der ihr ein riesiges Lachen ins Gesicht zaubert.
Schnee kann auch schön sein. In diesem ruhigen Winterwonderland im Park, wo keine Autos ihn platt fahren und schmutzig machen, der nicht weggeschippt werden muss und nicht vom Salz zerstört wird. Hier, wo er völlig ok ist. Und ich trotz eisiger Kälte mit Kind und Mann rumlaufe und das Glück mein Herz wärmt.
Eine Familie, die zusammen gehört und alles ist, was ich brauche. In der verhassten Masse, die doch eigentlich gar nicht so schlimm ist.

Und wenn man soviel gelaufen ist, dass man seine Füße kaum noch spürt, wir alle rote Wangen und Nasen haben, dann geht man eben in das kleine Cafe, wärmt sich mit heisser Schokolade, Waffeln mit Vanilleeis oder Mini-Pizza auf. Danach kuschelt man sich zuhause auf dem Sofa in seine Decke und schaut den Schnee da draußen noch ein bißchen an.
Ja, dieses Mal ist es ok. Ich habe meine Meinung geändert und nicht mal 90cm pures Leben sind dran schuld. Schnee kann eben doch schön sein.