An Tagen wie diesen

        

Wenn du dich das erste Mal verliebst, dann ändert es dein Leben für immer. Das erste Mal, die erste große Liebe. Mit den größten Schmetterlingen, mit dem Lächeln im Gesicht, dass dich durch deine Welt trägt, die Küsse, die deine Lippen zum kribbeln bringen, die Hand, die Deine fest umschließt. Die Berührungen, die noch Stunden später einen Schauder auf deiner Haut hinterlassen, die Momente, die die Welt einfrieren.
Jedem, wirklich jedem willst du erzählen, wie glücklich du bist, aber das brauchst du gar nicht, denn dein Lächeln verrät dich. Du willst in die Welt hinaus schreien, „Hey, das ist er, das ist meiner und von Niemanden sonst! Wir beide für immer, egal, was passiert.“
Jede Sekunde mit ihm wird zur Unendlichkeit, das aufstehen fällt auf einmal leicht und alles ist gleich viel schöner.
Man hat die rosa rote Brille auf, man ist verloren in der Wolke 7 und doch sollte man aufpassen. Aufpassen, dass man sein Herz nicht verliert, nicht abhängig wird, dass die Gedanken klar bleiben.
Tja. Ich habe nicht aufgepasst. Ich habe den Moment verpasst, an dem es gefährlich wurde. Und das war der Absturz meines Herzens.
Ich habe vergessen, wie es ist, wenn man lächelt, wie es ist, diese Schmetterlinge zu spüren, ich habe vergessen, wie wunderschön Berührungen sein können.
Ich war blind und bin die Klippe hinunter gefallen, rein in den Albtraum, vor dem mich alle gewarnt haben und ich sie hinter meiner rosa Brille nicht gesehen habe.
Weisst du, ich habe heute diesen Song gehört. Er beschrieb, wie groß diese eine Liebe ist, aber wie kalt es sich anfühlt. Wie weh es tut, zu lieben. Wie man zerbricht, an diesem Gefühl. Dieser Song ist viele Jahre alt. Bei den ersten Tönen kam genau das Gefühl zurück, was ich viele Jahre zuvor hatte. Als ich diesen Song schon einmal hörte, meine Augen rot und verweint waren, ein Berg voller Taschentücher vor mir und nasse Ärmel vom Tränen abwischen.
Ich hab dich angeschrien, dir gegen die Brust geschlagen, geweint, gebrüllt, bin zusammen gesunken und du hast mich gehalten. Das war nur ein Moment, von vielen.
Es gibt viele Songs, die ich damals gehört habe und sie erinnern mich auch heute noch an dich.
Ich sehe dich vor mir, wie deine Augen vor Hass glühen. Ich sehe dich vor mir, wie du mich anlächelst und deine Augen strahlen. Und ich kann es bis heute nicht fassen.
Dieser eine Moment. Du kamst auf mich zu, sagtest „Hi“, sahst so unglaublich gut aus und mein Herz schlug schneller. Wir verbrachten Stunden miteinander. Wir lernten uns kennen und lieben.
Genau das, genau dieser Moment ist jetzt 10 Jahre her.
Ich kann dir nicht sagen, ob dieser Tag ein Fehler war. Er hat soviel zerstört, mich zerstört. Manchmal wünschte ich, ich hätte dich nie kennen gelernt. Aber ist es ein Fehler, zu lieben?
Ich dachte, ich kenne dich. Selbst in den schlimmsten Momenten liebte ich dich. Du schlugst mir ins Gesicht und trafst mein Herz. Du hast mich zu Boden geschmissen, mich getreten und jedes Mal stand ich wieder auf, wischte mir die verweinte Mascara aus dem Gesicht, zog meine Sachen zurecht und lächelte.

Man sagt, wenn etwas vorbei ist, erinnert man sich nur noch an die schönen Dinge. Das stimmt. Von den schlimmen Dingen träumt man. Sie sind im Unterbewusstsein, können durch die normalsten Situationen zu Tage kommen und selbst, wenn man denkt, dass es gar nicht mehr weh tut, ist da etwas, was das Herz zusammen zieht.
Er war mein bester Freund. Mein Halt, wenn ich nicht weiter wusste. Ich erinnere mich an all die Dinge, die passierten und die mich veränderten. Wie viel Schmerz kann ein Mensch ertragen? Wie kann man Angst vor der Person haben, die man liebte? Ich hasse nicht. Selbst, wenn ich es wollte, kann ich es nicht und das versteht Niemand. Denn ich verstehe es selber nicht. Vielleicht, weil ich soviel mit ihm erlebte. Vielleicht, weil er auch gute Seiten hatte und genauso oft für mich da war, wie er mich zu Boden riss.
Ich vermisse diese Beziehung nicht, ich vermisse ihn nicht. Ich vermisse es, die zu sein, die ich mal war. Die nicht Tränen überströmt wach wird und im Traum um sich schlägt. Die nicht bei einer falschen Bewegung zusammen zuckt. Die, die keine Selbstzweifel hat, dass sie nicht gut genug ist, weil es Jahrelang so eingetrichtert wurde. Die, die „Nein“ sagen kann, ohne Angst zu haben, dass etwas passiert. Die, die nicht weinend zusammen bricht, weil ihre Vergangenheit sie einholt und Nachrichten dieselbe höllische Trauer und Schmerz auslösen, wie früher.
Nein, da ist keine Liebe. Natürlich nicht. Aber es ist ein Gefühl. Angst, Trauer, Erinnerung. Kann sich ein Mensch wirklich so ändern? Oder kann man sich so sehr täuschen? Ich glaube an das Gute im Menschen. Ich glaubte an dich. Ich glaubte an uns.
Und mit einem eiskalten Schauer einer heißen Hand auf der Wange schrecke ich auf, mein Herz klopft, meine Tränen stehen mir in den Augen. Da war er wieder, der Traum. Von einer Zeit, die lange vergangen ist.
Es gibt Momente, die verändern Leben. Das kann ein Kuss sein. Ein Blick. Ein Lächeln. Eine Faust, ein Schlag, ein niederwerfen.
Das verändert nicht nur eine Beziehung, es ändert dich. Es ändert dein Herz, deine Zukunft.
Doch wie schlimm es auch war, man schaut in den Spiegel, wischt sich die Tränen ab, legt ein Lächeln ins Gesicht und macht weiter. Es sind nur Träume. Es ist keine Gegenwart mehr. Wie schlimm es auch ist, wie sehr es einen zu Boden reisst, letztendlich ist es Vergangenheit. Aber es tut weh, noch heute.
Denn genau an Tagen wie diesen, zerfrisst es mich. Ein Blick auf den Kalender und schon ist man zurück versetzt um 10 Jahre in die Vergangenheit. Du kommst auf mich zu, lächelst. Vielleicht hätte ich mich wegdrehen sollen. Vielleicht hätte ich dich lieben sollen, bis du dich geändert hast. Aber ich habe dir mein Herz geschenkt, bis es fast zu spät war.
Wir reden hier nicht von einer Teenie Liebe. Wir reden von der ersten großen Liebe, die Jahre andauerte und mein Herz zerbrach. Blaue Flecken auf der Haut und im Herzen, Wunden, die weg sind, aber nie ganz verheilen.
Vergangenheit ist vergangen. Aber jedes Jahr am 7.September tut es ein bißchen mehr weh, als sonst. Kommt es ein bißchen mehr in die Erinnerung, die sonst nur für schöne Dinge da ist.
Vielleicht sieht es morgen schon wieder ganz anders aus. Wenn ich das Krönchen grade rücke und im Hier und jetzt bin. Hier, wo 10 Jahre vergangen sind und ich die wirkliche Liebe gefunden habe. Nicht die erste, aber die letzte.

Soviel in 2 Jahren

        

Manchmal, da finde ich es unglaublich, wie groß unsere Tochter schon geworden ist. So erinnere ich mich noch genau, wie hilflos sie mit ihren kleinen Händen gezuckt hat, mit den Beinen gestrampelt hat und nur wenig grösser als die Hand des Mannes war (Ja wirklich, so winzig!).
Sie wurde größer und größer und wir feierten ihren ersten Geburtstag. Einige Wochen vorher fing sie an frei zu laufen und hielt uns auf Trap. Schon damals dachte ich mir, wie groß sie doch schon ist. Aber jetzt, an ihrem zweiten Geburtstag fällt es mir nochmal mehr auf.
Damals freuten wir uns, als sie zaghaft unsere Hand los ließ und die Welt erkundigte, heute ist das laufen zur Normalität geworden. Ich kann mir kaum noch vorstellen, wie das war, als sie noch krabbelte, rennt sie doch heute wie ein Flitzebogen umher.
Und sie versteht soviel. Klar, sie ist nun 2. Da ist man ja auch schon ein großes Mädchen. Aber sie ist auch erst 2! Diese ganzen Dinge, hat sie in 2 Jahren gelernt. 2 Jahre sind für uns Erwachsene doch nichts, in Kinderjahren aber eine Menge.
So isst sie mit Gabel und Löffel und fordert dies auch immer ein. Ohne Gabel wird nicht gegessen. Schmeckt es, kommt ein „Mhhhm“. Ihre Trinkflasche wird auf den Tisch gepackt und ein Untersetzer drunter gelegt, da stehen Mama und Papa’s Getränke ja auch immer. Und anheben muss man es, sonst kommt nichts raus. Sie schüttelt mit dem Kopf und sagt „Nein“, wenn sie etwas nicht möchte, weiss, dass Flaschen aufgedreht werden müssen, dass im Kühlschrank das Essen ist, man auf dem Stuhl sitzen muss, zum essen, der Abwasch in die Spüle kommt, der Müll in den Mülleimer. Sagt man ihr, sie solle etwas wegwerfen, geht sie in die Küche, öffnet den Mülleimer, wirft es rein und kommt zurück. Das Türgitter wird immer geschlossen, alle Türen macht sie hinter sich zu.
Zieht man sich oder sie an, will sie zur Tür und raus gehen, Jacken zieht sie allein aus, Hosen zieht sie an, bei Schuhen versucht sie es auch. Sie weiss genau, welche Kleidungsstücke sie mag und dreht und wendet sich dann stolz vor dem Spiegel.
Sie sagt „Danke“ und „Bitte“, winkt dem Telefon zu, wenn man sich verabschiedet und bringt es wieder zur Ladestation. Sie telefoniert damit stundenlang und kann die Tastensperre meines iPhones entsperren, die Kamera starten und ein Foto machen, den Musikplayer anmachen und dazu tanzen.
Wenn wir beim Supermarkt aus dem Auto steigen, holt sie sich einen Einkaufswagen, fährt auf Kommando, rechts, links und gradeaus, packt Dinge in den Einkaufswagen, die sie später aufs Kassenband legt und wieder in den Wagen packt. Danach bringt sie alles zum Auto, will den Kofferraum füllen und den Wagen zurück bringen.
Sie versteht, wenn man sie fragt, ob sie auf’s Töpfchen muss, läuft dann zum Badezimmer, öffnet die Tür, zieht sich die Hose runter, zupfelt an der Windel und setzt sich auf’s Töpfchen. Mit Erfolg.
Sie läuft Treppen, drückt den Aufzugsknopf und sprintet rein, macht die Musikanlage an, versucht, den Ventilator zu bedienen. Sagt man „Heia“, läuft sie in’s Bett und dort muss immer ihre „Katzi“ sein und ihre Kuscheldecke, sie gibt mir Zeichen, dass ich das Licht ausmachen soll und kuschelt sich ein.
Beim Fleischer fordert sie sofort Wurst ein, beim Bäcker Brot. Bei der Oma wird vor’m Küchenschrank auf Kekse gehofft und direkt zum Abstellraum gelaufen, einen Korb mit Spielzeug holen.
Fahren wir in die Straße, in der meine Familie wohnt, freut sie sich sofort und ruft „Hi“, beim Eingang „Wauwau“, weil der Hund bei unserer Ankunft bellt.
Sie macht „Ei“ und streichelt, gibt uns Küsschen und umarmt. Sie teilt ihr Essen und Trinken und freut sich, wenn sie jemanden füttern kann.
Kleinere Kinder betitelt sie als „Baby“ und die Fotos von ihr sind „Baby Carrie“. Babys muss man streicheln und bekuscheln, Babys sind in Mama’s Bauch (Ahja….).
Sie weiss, welchen Schlüssel vom Schlüsselbund in unser Schloss passt, sucht ihn zielsicher raus, steckt ihn ins Schloss und will die Tür öffnen. Papas Schuhe gehören in die Gaderobe, rumfliegende Sachen in die Waschmaschine. Nach dem Essen oder Zähne putzen wischt man sich den Mund ab, wenn die Finger dreckig sind, wird um ein Tuch gebeten.
Sie kann es nicht erwarten, bis Nudeln gekocht sind und trotzt, bis sie endlich fertig sind.
Sie kämmt ihre Haare, will sich mit dem Nagelknipser die Nägel kürzen, fordert Zöpfchen und fühlt sich mit Sonnenbrille cool.
Sie weiß, wo unsere Süssigkeiten liegen, gibt uns auf Nachfrage Dinge, nach denen wir sie fragen (Handy, Fernbedienung, Kissen, Schnuller, usw).
Sie hat einen Freund. Wenn sie sich sehen, wird sofort Händchen gehalten, sie umarmen sich und geben sich Küsschen.

Und das ist bei weitem nicht alles. 2 Jahre und eine wahnsinnige Entwicklung. Vom hilflosen kleinen Wesen zum großen Mädchen, mit Launen, Macken, Eigenarten und soviel Liebe.

Grillen, spielen, freuen

        

Vor kurzem kam die ganze Familie zusammen und wir haben im Garten meiner Familie gegrillt.
3 Kids und ganz viel Trubel. Es wurden Einkaufswagen durch den Garten gefahren, mit Handpuppen gespielt, Sand verschütet, Eis gegessen, geknuddelt, geknutscht und gelacht.
Ich liebe solche Tage. Allein an dem Tag sind um die 200 Fotos entstanden, von Oma Knuddlern bis zu den Küsschen für den Papa, ist alles dabei. Fotos mit den Anderen gibt es nur bei meinem privaten Facebook Account, Bilder von der Maus und uns könnt ihr hier sehen. Solche Momente sind wirklich Gold wert…